Resorbierbare Nahtmaterialien
Resorbierbare Fäden wie MARLIN® bestehen aus Polyglykolsäure und werden vom Körper abgebaut - ein großer Vorteil gegenüber nicht-resorbierbaren Fäden. Das Monomer der Polyglykolsäure ist Hydroxylethansäure (Glykolsäure), eine organische Verbindung mit Hydroxyl- und Carboxylgruppe.
Die Abbaubarkeit dieser chirurgischen Nahtmaterialien basiert auf dem Prinzip der Hydrolyse. Bei diesem Reaktionstyp spaltet Körperwasser die Esterbindungen im Polymer und baut so das Material mit der Zeit ab. Dies erklärt, warum diese Fäden im Mund stören können, sich aber nach einiger Zeit auflösen.
DAFILON® hingegen wird durch Polykondensation aus Hexan-1,6-disäure und 1,6-Diaminohexan hergestellt. Dieser nicht-resorbierbare Faden enthält Stickstoff, der beim Erhitzen als Ammoniak freigesetzt wird und mit feuchtem Indikatorpapier nachgewiesen werden kann: NH₃ + H₂O → NH₄⁺ + OH⁻ (blaue Färbung).
💡 Praxistipp: Bei der Nahtmaterial Unverträglichkeit treten Symptome wie Entzündungen auf. Resorbierbare Fäden lösen sich selbst auf, aber können bis dahin Reizungen verursachen - ein wichtiger Nachteil dieser sonst praktischen Materialien.









