Der isoelektrische Punkt - Wenn alles im Gleichgewicht ist
Weil Aminosäuren als Zwitterionen vorliegen, reagieren sie je nach pH-Wert unterschiedlich. Bei niedrigem pH-Wert (sauer) haben mehr Moleküle eine positive Ladung, bei hohem pH-Wert (basisch) überwiegen die negativen Ladungen.
Der isoelektrische Punkt (IEP) ist der pH-Wert, bei dem genauso viele positive wie negative Ladungen vorhanden sind. Hier ist die Konzentration der Zwitterionen am höchsten! Bei diesem pH-Wert wandern die Aminosäuren nicht im elektrischen Feld, weil sich ihre Ladungen ausgleichen.
Neutrale Aminosäuren wie Glycin haben einen IEP um 6. Saure Aminosäuren wie Glutaminsäure haben einen IEP unter 6 (hier: 3,24), weil ihre zusätzliche Carboxygruppe extra negative Ladungen erzeugt.
Merktipp: Je mehr saure Gruppen eine Aminosäure hat, desto niedriger liegt ihr isoelektrischer Punkt!