Moderne Literatur - Krise des Erzählens um 1900
Das moderne Erzählen bricht radikal mit traditionellen Formen. Statt harmonischer, geschlossener Welten entstehen gespaltene, verwirrende Darstellungen einer chaotischen Realität.
Traditioneller vs. moderner Held: Der positive, selbstbestimmte Held wird zum negativen, entpersönlichten Anti-Helden. Statt aktiver Kommunikation herrscht Sprachlosigkeit, statt Selbstbestimmung Fremdbestimmung.
Neue Erzähltechniken: Innerer Monolog, Bewusstseinsstrom, Simultantechnik, Perspektivenwechsel ersetzen die lineare, auktoriale Erzählweise. Syntax löst sich auf, Dialekte und Jargon dringen ein.
Epochenwissen: Die Moderne um 1900 reagiert auf Industrialisierung, Verstädterung und den Verlust traditioneller Werte!
Darstellungsformen: Gattungsgrenzen verschwimmen, komplexe Montagen und fragmentarische Strukturen ersetzen klare Aufbauformen. Die Dichtung will nicht mehr erheben, sondern provozieren und schockieren.