Sturm und Drang vs. Klassik
Sturm und Drang (1767-1790) rebellierte gegen die reine Vernunft der Aufklärung. Junge Dichter wollten Gefühle, Impulsivität und Leidenschaft - besonders für die Natur. Der "tragische Held" scheitert an gesellschaftlichen Verhältnissen, oft durch Selbstmord oder Gewalt.
Die Sprache wird ausdrucksvoll und wild: Halbsätze, Ausrufe, lebensnahe Wortwahl. Geniekult und Kunst stehen gegen Fremdbestimmung und gesellschaftliche Zwänge.
Die Klassik (1786-1832) reagierte auf die Französische Revolution mit dem Wunsch nach Harmonie. Goethe und Schiller suchten den Ausgleich zwischen Verstand und Gefühl. Zentrale Werte: Menschlichkeit, Toleranz und Weltbürgertum.
Klassische Lyrik verwendet einheitliche, gehobene Sprache mit festen Reimschemata und Metren. Sentenzen (kurze, allgemeingültige Aussagen) sollen Weisheit vermitteln.
Kontrast-Check: Sturm und Drang schreit seine Gefühle heraus, Klassik sucht die goldene Mitte zwischen Kopf und Herz.