Literatur der Jahrhundertwende
Die Zeit zwischen 1890 und 1910 war alles andere als langweilig - sie war geprägt von Fin de Siècle (Ende des Jahrhunderts) und Décadence (kultureller Verfall). Die Schriftsteller hatten genug vom Realismus und Naturalismus und suchten neue Wege.
Politisch herrschte die Wilhelminische Ära mit Militarismus und Nationalismus. Gleichzeitig veränderte sich die Gesellschaft rasant: Kapitalorientiertes Bürgertum, Technisierung und Verstädterung prägten den Alltag. Die sozialen Gegensätze verschärften sich dramatisch.
Geistig war es eine Revolution: Sigmund Freud entdeckte das Unbewusste, Friedrich Nietzsche stellte alle Werte in Frage, und Charles Darwin veränderte unser Menschenbild komplett. Diese neuen Erkenntnisse warfen alles über den Haufen, was man bisher für sicher hielt.
Merk dir: Die Literatur dieser Zeit reagierte auf eine massive Krise - keine Wunder, dass Themen wie Orientierungslosigkeit, Ich-Zerfall und Sprachskepsis dominierten!




