Literaturepochen: Impressionismus, Naturalismus und Expressionismus
Stell dir vor, du könntest mit einer Zeitmaschine durch die turbulentesten Jahrzehnte der deutschen Literatur reisen. Zwischen 1860 und 1925 entstanden drei völlig unterschiedliche Kunstrichtungen, die bis heute unser Verständnis von Dichtung prägen.
Der Impressionismus funktioniert wie ein Schnappschuss deiner Sinne. Dichter wie Hugo von Hofmannsthal und Rilke wollten Momentaufnahmen von Gefühlen einfangen - ähnlich wie wenn du den Duft von Regen riechst und gleichzeitig Musik hörst. Diese Synästhesie macht ihre Gedichte so lebendig und bildhaft.
Der Naturalismus ging den entgegengesetzten Weg: Wissenschaftliche Exaktheit war das Ziel. Arno Holz und Gerhart Hauptmann beobachteten Menschen wie Biologen ihre Versuchsobjekte. Sie nutzten den Sekundenstil - jedes Detail wurde minutiös festgehalten, als würdest du ein Video in Zeitlupe abspielen.
Merkhilfe: Impressionismus = Eindruck, Naturalismus = Natur/Wirklichkeit, Expressionismus = Ausdruck
Der Expressionismus explodierte förmlich vor Emotionen. Georg Trakl und seine Zeitgenossen sahen die Großstadt als Monster, kritisierten die bürgerliche Welt scharf und experimentierten mit wilden Metaphern. Hier wurde das Ich nicht unterdrückt, sondern schrie seine Gefühle heraus.



