Brief aus Amerika
Die Kurzgeschichte "Brief aus Amerika" von Johannes Bobrowski beginnt unmittelbar mit der Handlung - ein typisches Merkmal des Genres. Wir treffen auf eine alte Frau, die singend und tanzend unter ihrem Apfelbäumchen einen sonnigen Mittag verbringt.
Die Haupthandlung setzt ein, als die Frau ins Haus zurückkehrt und einen Brief aus Amerika von ihrem Sohn Jons findet. In diesem Brief erklärt er, warum er seine Mutter nicht besuchen wird - die alten Zeiten seien vorbei, er führe nun mit seiner Frau ein Leben in Amerika.
Nach dem Lesen reagiert die alte Frau bemerkenswert: Sie geht wieder nach draußen, tanzt und singt weiter. Später nimmt sie das Foto ihres Sohnes, beschriftet es mit ihrem und seinem Namen, und legt es zusammen mit dem Brief auf den Herd, offenbar mit der Absicht, beides zu verbrennen.
Der Text beginnt mit der auffälligen Repetitio "Brenn mich, brenn mich, brenn mich", die im Verlauf wiederkehrt. Diese Wiederholung deutet bereits auf das spätere Geschehen hin.
Wichtiges Stilmittel: Die Repetitio "Brenn mich, brenn mich, brenn mich" am Anfang der Geschichte schafft eine besondere Spannung und weist bereits symbolisch auf den späteren Umgang der Protagonistin mit dem Brief aus Amerika hin.
Sprachliche Besonderheiten:
- Abrupter Einstieg in die Handlung
- Wiederholungen als stilistisches Mittel
- Bezeichnung der Hauptfigur nur als "die alte Frau"
- Kontrast zwischen fröhlicher Atmosphäre und späterer Wendung






