Das Gespräch der Unbekannten
Stell dir vor, du musst jemanden opfern, ohne zu wissen, dass es dein eigener Bruder ist! Genau in dieser verzweifelten Lage befindet sich Iphigenie, als sie mit dem gefangenen Orest sprechen muss.
Die beiden unterhalten sich, ohne ihre wahren Identitäten preiszugeben. Iphigenie fragt geschickt nach ihrer Familie - besonders nach ihrem Vater Agamemnon und ihren Geschwistern Orest und Elektra. Orest bestätigt den Tod ihres Vaters und erzählt vorsichtig über ihre noch lebenden Geschwister.
Dann kommt der Schockmoment: Iphigenie erfährt, dass ihre Mutter Klytaimnestra nicht Selbstmord begangen hat, sondern von einem Familienmitglied getötet wurde. Das kann nur eines ihrer Geschwister gewesen sein!
Orest erzählt daraufhin seine eigene Geschichte - natürlich in der dritten Person, um nicht erkannt zu werden. Er beschreibt, wie er bei Strophius aufwuchs, Pylades kennenlernte und später zurückkehrte, um seinen Vater zu rächen. Am Ende tötete er seine eigene Mutter - eine Tat, die er sofort bereute.
Wichtig für die Klausur: Der Tantalidenfluch zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung und bestimmt das Schicksal der Familie.