Erzähltechniken und Figurenrede
Neutrale Erzählweise funktioniert wie eine Kamera - der Erzähler steht distanziert außerhalb und schildert objektiv, ohne zu bewerten. Nur Außensicht auf die Figuren, keine Leserlenkung, dadurch wirkt die Welt wertfrei und sinnlos.
Bei der Figurenrede gibt es verschiedene Techniken: Direkte Rede zitiert wörtlich, indirekte Rede schafft durch Konjunktiv mehr Distanz. Erlebte Rede lässt Erzähler und Figur verschmelzen, während innerer Monolog wie ein Selbstgespräch wirkt.
Bewusstseinsstrom geht noch weiter - hier werden Gedanken völlig ungefiltert wiedergegeben, oft ohne grammatikalische Regeln. Das zeigt authentisch, wie chaotisch unser Bewusstsein wirklich funktioniert.
Analyse-Tool: Erkenne die verschiedenen Redeformen - sie verraten viel über die Erzählabsicht!
Spezielle Techniken: Sekundenstil und Montage
Sekundenstil beschreibt wirklich jede winzige Bewegung, jede Geste, jedes Geräusch minutiös. Das kann total langweilig wirken, zeigt aber, wie überwältigend die Realität auf die Menschen einprasselte.
Montage fügt verschiedene Wirklichkeitsebenen, Zitate und Fragmente zusammen - wie ein Puzzle aus verschiedenen Welten. Das soll verfremden, provozieren und überraschen.
Gestische Figuren sind keine Charaktere mehr, sondern Symbole für gesellschaftliche Kräfte. Nicht die Person ist wichtig, sondern das, was sie repräsentiert - ein radikaler Bruch mit traditionellen Figurenkonzepten.
Modern gedacht: Diese Techniken kennst du aus heutigen Filmen und Social Media - schon damals revolutionär!