Das Metrum verstehen
Du kennst das bestimmt: Manche Gedichte haben einen bestimmten Rhythmus, der sie fast wie Musik klingen lässt. Das liegt am Versmaß oder Metrum - der Reihenfolge von betonten und unbetonten Silben.
Die betonten Silben nennt man Hebungen, die unbetonten Senkungen. Stell dir vor, du klopfst den Rhythmus mit: Bei Hebungen klopfst du stark, bei Senkungen leise.
Es gibt vier wichtige Metren, die du kennen musst:
Jambus (xX): Erst unbetont, dann betont - wie "der MOND ist AUFgegangen". Das ist das häufigste Metrum in deutschen Gedichten.
Trochäus (Xx): Erst betont, dann unbetont - wie "AUS der WOLke". Klingt oft kraftvoller als der Jambus.
Anapäst (xxX): Zwei unbetonte, dann eine betonte Silbe - wie "und es WALlet und BRAUset". Erzeugt oft einen schnellen, treibenden Rhythmus.
Daktylus (Xxx): Eine betonte, dann zwei unbetonte Silben - wie "EHret die FRAUen". Wirkt oft feierlich oder getragen.
Merktipp: Sprich die Beispiele laut aus - dann hörst du den Rhythmus sofort!
So bestimmst du das Metrum: Silben trennen, aussprechen und schauen, welche betont werden, dann das passende Metrum zuordnen.