Redeauszug und historischer Kontext
Joseph Goebbels, Reichspropagandaminister und Gauleiter von Berlin, hielt 1943 seine berühmte Rede im Berliner Sportpalast vor 15.000 ausgewählten NSDAP-Anhängern. Diese Rede wurde über den deutschen Rundfunk an das gesamte Volk übertragen, als Deutschland bereits militärisch unter Druck stand.
Die Umstände waren dramatisch: Der Zweite Weltkrieg tobte, die deutsche Niederlage zeichnete sich ab, Städte brannten durch Bombenangriffe, und die deutschen Truppen hatten in Stalingrad kapituliert. In dieser Krisensituation versuchte Goebbels, die niedergeschlagene Stimmung zu wenden und zum Durchhalten aufzurufen.
Der analysierte Redeauszug stellt den Schlussteil seiner zweistündigen Ansprache dar. Hier nutzt Goebbels zehn rhetorische Fragen, um die Menge aufzuheizen und Zustimmung zum "totalen Krieg" zu erzeugen. Er stellt dabei ein Feindbild auf: Die Engländer würden behaupten, die Deutschen seien müde und feige - dem setzt er das Bild eines mutigen, unverdrossenen deutschen Volkes entgegen.
Wichtig zu verstehen: Goebbels nutzte die Technik der kontrastierenden Gegenüberstellung – das von "Feinden verbreitete" negative Deutschlandbild gegen das "wahre" positive Bild – um Emotionen zu schüren und Gruppenzusammenhalt zu erzwingen.





