Sprachverfall in den Medien und Internet
Wolf Schneider beklagt in seinem ZEIT-Kommentar vier bedenkliche Entwicklungen der deutschen Sprache. Seine zentrale These: Jeder "Freund der Sprache" müsse sich Sorgen machen. Mit dieser Metapher macht er die Lesenden zu Verbündeten in seinem Kampf gegen den Sprachverfall.
Als erste problematische Entwicklung identifiziert er den "Wortschwund" in Druckerzeugnissen. Schneider kritisiert die Verwechslung von Begriffen wie "scheinbar" und "anscheinend" und verwendet dabei selbst bewusst ältere, seltenere Wörter. Als Ursache nennt er mangelndes Leseverhalten Jugendlicher und eine vermeintliche "Spaßpädagogik" an deutschen Schulen.
Die zweite Entwicklung betrifft den Einfluss des Internets: Menschen schreiben mehr, denken aber weniger nach. Durch rhetorische Mittel wie Akkumulationen und Parallelismen verdeutlicht Schneider, wie die geschriebene Sprache sich der gesprochenen angleicht. Besonders die Anonymität im Internet führe zu einer "Verrohung" der Sprache, die er mit der Hyperbel "millionenfach" dramatisiert.
Achtung: Schneider nutzt bewusst gehobene Sprache und veraltete Begriffe, um sich von den kritisierten Sprachentwicklungen abzugrenzen!
Die dritte besorgniserregende Entwicklung sieht er in der zunehmenden Verwendung von Anglizismen. Seine Kritik an der englischen Aussprache des Eurovisionswettbewerbs unterstreicht er mit emotionalen Ausrufen, verwendet aber wenig überzeugende Argumente gegen die Übernahme englischer Wörter.




























