Grundverständnis und Aufbau
Worum geht's überhaupt? Das lyrische Ich in Gryphius' Gedicht ist schwer krank und verzweifelt - es weiß nicht mal genau warum, aber es leidet unter ständigen Schmerzen und Depressionen. Die blassen Wangen zeigen körperliche Schwäche, während die Seele mit existenziellen Fragen kämpft.
Das Sonett folgt dem klassischen Aufbau: zwei Quartette (4 Zeilen) und zwei Terzette (3 Zeilen) mit insgesamt 14 Versen. Geschrieben ist es im Alexandriner - einem 6-hebigen Jambus mit Pause in der Mitte, der sehr feierlich und gewichtig klingt.
Besonders auffällig: Das Reimschema wechselt von umschließenden Reimen (abba) zu Schweifereimen (ccd). Ein Enjambement in Vers 5 durchbricht den regelmäßigen Rhythmus - als würde das Leid die Form sprengen.
Merktipp: Alexandriner = 6 Hebungen + Mittelzäsur. Das war DER Vers des Barock!




