Die Macht der Liebe - Medea vs. Jason
Der Gegensatz zwischen Medea (emotional, leidenschaftlich) und Jason (egoistisch, pragmatisch) treibt die Tragödie an. Hier prallen zwei völlig verschiedene Weltanschauungen aufeinander.
Medeas Liebeswahn: Sie hat alles für Jason geopfert - Heimat, Familie, sogar den eigenen Bruder getötet. Jetzt liegt sie "ohne Speise" da und will sterben: "Durch Sterben entspannen möchte ich mich, das abscheuliche Leben verlassend."
Jasons Rechtfertigungen: Er behauptet dreist, er habe Medea nur zu ihrem eigenen Schutz verlassen! "Welch glücklicheren Fund hätt ich machen können, als ehelichen eines Königs Tochter, Flüchtling, der ich war?" Seine Argumente zeigen das patriarchale Denken der Zeit.
Der emotionale Schlagabtausch: Medea erklärt ihm brutal, wie sie "alles für ihn aufgegeben" hat: "Wohin soll ich mich wenden jetzt? Zu meines Vaters Haus, dass ich für dich verraten hab?"
Jason bleibt bis zum Schluss bei seiner Rechtfertigung, er wollte "herrscherliche Söhne" zeugen - als ob das den Verrat rechtfertigt.
Charakteranalyse: Medeas Verwandlung von der liebenden Frau zur rachsüchtigen Furie zeigt, wie Liebe in Hass umschlagen kann.