Shakespeares Anti-Schönheits-Sonett
Sonnet 130 ist das komplette Gegenteil von romantischen Klischees, die du aus anderen Gedichten kennst. Shakespeare beschreibt seine Geliebte nicht als perfekte Schönheit, sondern als ganz normale Frau - und genau das macht es so besonders.
Das Gedicht folgt der typischen Shakespeare-Sonett-Struktur: 14 Zeilen mit drei Vierzeilern und einem abschließenden Reimpaar (ABAB CDCD EFEF GG). Diese Form kennst du sicher schon aus anderen Shakespeare-Werken.
Der Sprecher vergleicht seine Geliebte systematisch mit Schönheitsidealen der Renaissance: Sonne, Korallen, Schnee, Rosen. Aber anstatt zu sagen "sie ist wie die Sonne", sagt er "ihre Augen sind nichts wie die Sonne". Das war zur damaligen Zeit ziemlich revolutionär.
Merktipp: Die Alliteration "My mistress" am Anfang zeigt sofort, worum es geht - um eine sehr persönliche Liebeserklärung.




