Rhetorische Analyse: "I Have a Dream"
Kings Rede ist voller cleverer sprachlicher Mittel, die seine Botschaft verstärken. Das Will-Future ("they will not be judged") zeigt seine feste Überzeugung, dass sich die Gesellschaft ändern wird - er zweifelt nicht daran, sondern sagt es als Tatsache voraus.
Die Alliteration mit harten Konsonanten in "color of their skin but by the content of their character" macht seine Worte eindringlich und unvergesslich. Solche Wortspiele bleiben im Gedächtnis hängen und verstärken die emotionale Wirkung.
Negativ konnotierte Ausdrücke wie "heat of injustice" und "despair" malen ein düsteres Bild der damaligen Realität. King will, dass sein Publikum das Leid spürt und versteht, warum Veränderung so dringend nötig ist.
Merktipp: Die Antithese (Gegensatz) zwischen "despair/hope" und "jangling discords/beautiful symphony" zeigt perfekt Kings Strategie: Er stellt die harte Realität seiner Traumvision gegenüber.
Durch das Personalpronomen "our" bezieht King sein Publikum direkt mit ein. Plötzlich kämpfen nicht nur die Afroamerikaner allein - es wird zum gemeinsamen Kampf aller Amerikaner. Die Wiederholung von Wörtern wie "together" und "faith" hämmert seine Kernbotschaft immer wieder ein, bis sie sich ins Bewusstsein einbrennt.