Die drei Klassiker der Staatsphilosophie
Thomas Hobbes erlebte die brutalen Bürgerkriege in England und floh nach Frankreich. Diese Erfahrung prägte sein düsteres Weltbild: Im Naturzustand herrscht "Krieg aller gegen alle" - ohne Gesetze leben Menschen in ständiger Angst. Kein Vertrauen, keine Moral, nur der pure Überlebenstrieb bestimmt das Handeln.
John Locke war politisch aktiv und musste nach politischen Machtkämpfen nach Holland fliehen. Für ihn ist der Naturzustand deutlich friedlicher: Menschen haben bereits natürliche Rechte wie Eigentum (durch eigene Arbeit erworben) und leben relativ harmonisch zusammen. Das Problem? Es gibt keinen wirksamen Schutz dieser Rechte.
Jean-Jacques Rousseau kritisierte die dekadente Gesellschaft unter Ludwig XIV. in Frankreich scharf. Sein Motto: "Zurück zur Natur!" Im Naturzustand ist der Mensch gut und lebt friedlich als Einzelgänger. Erst das Privateigentum und die Zivilisation verderben ihn und schaffen Ungerechtigkeit.
Merkhilfe: Hobbes = pessimistisch (Krieg), Locke = realistisch (Probleme lösbar), Rousseau = romantisch (Natur ist gut)



