Grundlagen: Selbstverständnis und Weltbild
Stellt euch vor, ihr müsst euer eigenes Selbstverständnis erklären - eure Vorstellung von euch selbst durch Erfahrungen und Werte geprägt. Genau so funktioniert das auch bei ganzen Kulturen und Nationen.
Das Weltbild ist dann die Art, wie ihr die ganze Welt um euch herum wahrnehmt und deutet. Wichtig: Beides verändert sich ständig und ist nicht in Stein gemeißelt - auch bei den großen Kulturen nicht.
Bei Karten könnt ihr das perfekt sehen: Europäische Karten stellen Europa ins Zentrum, chinesische Karten China. Das zeigt schon, wer sich für den Mittelpunkt der Welt hält.
Merkt euch: Es gibt nicht DAS eine chinesische oder europäische Selbstverständnis - beide Kulturen sind viel komplexer und haben sich über die Jahrhunderte gewandelt.
China als Zivilisationsstaat (nicht Nationalstaat wie Deutschland) ist stolz auf seine 2500-jährige Geschichte. Der Konfuzianismus, die Rolle des Kaisers als "Himmelssohn" und das Selbstverständnis als "Reich der Mitte" prägten jahrhundertelang das chinesische Denken.
Die Europäer hatten bis zur EU kein gemeinsames politisches Gebilde namens "Europa". Trotzdem verbanden sie gemeinsame Wurzeln: griechische und römische Antike plus Christentum. Das gab ihnen das Gefühl, anderen Kulturen überlegen zu sein.











