Kriegsverlauf unter Johnson
Der offizielle Kriegsbeginn wird mit dem Golf-von-Tonkin-Zwischenfall im August 1964 markiert, bei dem nordvietnamesische Patrouillenboote angeblich US-Zerstörer beschossen haben. Heute weiß man, dass dieser Vorfall teilweise inszeniert war, um eine Kriegsbeteiligung zu rechtfertigen.
Am 2. März 1965 startete die USA die Operation "Rolling Thunder", eine systematische Bombardierung Nordvietnams. Wenige Tage später, am 8. März, landeten die ersten US-Marines in Da Nang, was faktisch einer offenen Kriegserklärung gleichkam.
Ein Wendepunkt kam mit der TET-Offensive am 31. Januar 1968. Obwohl dieser Großangriff Nordvietnams militärisch zurückgeschlagen werden konnte, erschütterte er das Vertrauen der amerikanischen Öffentlichkeit in den Kriegserfolg. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits über 550.000 US-Soldaten in Südvietnam stationiert.
Das Massaker von My Lai am 16. März 1968, bei dem US-Soldaten zahlreiche Zivilisten töteten, verstärkte die moralischen Zweifel am Krieg weiter und führte zu wachsenden Protesten in den USA.