Das Krisenjahr 1923 - Teil 1
Die Besetzung des Ruhrgebiets begann im Januar 1923, als Deutschland mit seinen Reparationszahlungen in Rückstand geriet. Französische und belgische Truppen marschierten ein, um die Zahlungen zu erzwingen. Die deutsche Bevölkerung reagierte mit einem monatelangen Streik, bei dem Hunderte Menschen starben oder verletzt wurden.
Gleichzeitig erlebte Deutschland eine verheerende Hyperinflation. Die Regierung druckte massenhaft Geld, was zu absurden Preisen führte. Stell dir vor: Menschen mussten ihr Geld in Koffern oder Schubkarren zum Einkaufen tragen! Eine Währungsreform am 15. November führte die Rentenmark ein, wobei 1 Billion Papiermark nur noch 1 Rentenmark wert war. Sparer und Arbeiter verloren fast alles, während Schuldner plötzlich schuldenfrei waren.
In Bayern brach ein Notstand aus. Gustav von Kahr wurde als Generalstaatskommissar eingesetzt und verwandelte Bayern praktisch in eine Diktatur. Obwohl die Reichsregierung eingreifen wollte, weigerte sich die Reichswehr, gegen ihre eigenen Leute vorzugehen.
Wusstest du? Die Inflation war so extrem, dass ein Brot, das Anfang 1923 noch 250 Mark kostete, im November mehrere Milliarden Mark kosten konnte. Die Preise änderten sich manchmal stündlich!



