Die Ruhrpolen - Wer waren sie?
Stell dir vor, du müsstest deine Heimat verlassen, um anderswo Arbeit zu finden - genau das machten hunderttausende Menschen aus dem heutigen Polen zwischen 1870 und 1918. Diese Ruhrpolen kamen durch Binnenmigration ins Ruhrgebiet, also innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches.
Die meisten stammten aus den preußischen Provinzen: Jeweils zwei Fünftel kamen aus Posen und Ostpreußen, der Rest aus Westpreußen und Oberschlesien. Migration bedeutet dabei eine dauerhafte Veränderung des Lebensmittelpunkts, während Integration das Einbringen in eine neue Gemeinschaft beschreibt.
Der Grund für diese Massenmigration war die rasante Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts. Die Schwerindustrie und der Bergbau explodierten förmlich, neue Eisenbahnen und Dampfschiffe machten das Reisen einfacher. Das führte zur Urbanisierung - die Großstädte wuchsen explosionsartig.
Merke dir: Erfolgreiche Integration braucht immer zwei Seiten - sowohl die Bereitschaft der Migranten als auch die Offenheit der aufnehmenden Gesellschaft.



