Der Vormärz (1815-1848)
Nach Napoleons Niederlage wollten die europäischen Großmächte beim Wiener Kongress die alte Ordnung wiederherstellen. Metternichs Prinzipien - Restauration, Legitimität und Solidarität - prägten die nächsten 33 Jahre und blockierten demokratische Reformen.
Der Deutsche Bund war ein schwacher Kompromiss: 39 Einzelstaaten ohne echte Verfassung, dominiert von Österreich und Preußen. Während die Menschen von nationaler Einheit träumten, erhielten sie nur einen losen Staatenbund, der hauptsächlich der Sicherheit der Fürsten diente.
Liberale Bewegungen entstanden besonders an Universitäten. Das Wartburgfest 1817 mit 500 Studenten forderte einen Nationalstaat und Grundrechte. Die konservativen Kräfte schlugen mit den Karlsbader Beschlüssen 1819 zurück: Pressezensur, Überwachung der Universitäten und Verfolgung von "Demagogen".
Das Hambacher Fest 1832 war ein Höhepunkt der Opposition - 30.000 Menschen, darunter auch Frauen, demonstrierten für deutsche Einheit und Menschenrechte. Parallel dazu entwickelte sich durch den Zollverein eine wirtschaftliche Einheit ohne Österreich, die später politisch bedeutsam wurde.
Wichtig: Der Pauperismus - die Verarmung großer Bevölkerungsteile durch Bevölkerungswachstum und frühe Industrialisierung - verschärfte die sozialen Spannungen und trieb viele Menschen in die Revolution.
Die Zeit des Biedermeier spiegelte den Rückzug ins Private wider, während gleichzeitig der Druck nach politischen Veränderungen stetig wuchs.