Der Gregorianische Choral - Entstehung und Grundlagen
Papst Gregor I. hat um 600 n.Chr. alle liturgischen Gesänge seiner Zeit gesammelt und vereinheitlicht - daher der Name "Gregorianischer Choral". Um sicherzustellen, dass überall gleich gesungen wird, gründete er in Rom die Schola cantorum, eine Art Sängerschule, die zum Vorbild für ganz Europa wurde.
Der Gregorianische Choral entwickelte sich parallel zur Romanik (600-1250). Genau wie die romanischen Kirchen mit ihren massiven Bögen drückt auch der Choral ein geschlossenes, tief religiöses Weltbild aus. Hier geht es nicht um persönliche Gefühle, sondern um das gemeinsame Gebet der Gemeinschaft.
Die wichtigsten Merkmale: Einstimmig, unbegleitet, lateinischer Text, keine festen Rhythmen wie heute, sondern der Wortbetonung folgend. Die Melodien basieren auf den Kirchentonarten - das sind spezielle Tonleitern, die ganz anders klingen als unsere heutigen Dur- und Moll-Tonarten.
Merke: Der Gregorianische Choral kannte zwei Vortragsarten: Responsorial (Wechsel zwischen Vorsänger und Chor) und Antiphonal (zwei Gruppen im Wechsel) - diese Techniken findest du später auch in Spirituals wieder!