Spätromantik - Als die Orchester explodierten
Die Spätromantik des 19. Jahrhunderts war eine Zeit krasser Gegensätze. Während draußen die Industrialisierung die Städte verschmutzte und Arbeiter in Armut lebten, entdeckten Künstler ein völlig neues Lebensgefühl. Emotionen und das Seelenleben rückten in den Mittelpunkt - die Kunst sollte Gefühle ausdrücken, nicht nur schön klingen.
Die größte Revolution passierte beim Orchester selbst. Aus 30 Musikern der Klassik wurden plötzlich 120! Bei manchen Konzerten saßen mehr Musiker auf der Bühne als Zuschauer im Saal. Gustav Mahlers 8. Sinfonie trieb das auf die Spitze: Die "Sinfonie der Tausend" brauchte über 1000 Musiker bei der Uraufführung 1910.
Richard Wagner revolutionierte die Oper mit seiner Leitmotivik - jede Person, jeder Gegenstand und sogar Gefühle bekamen ihre eigene Melodie. Das erzeugte tiefe psychologische Wirkungen beim Publikum. Die Harmonik wurde immer dissonanter und wilder, aber die traditionellen Kadenzen blieben noch erkennbar.
Krass: Bei Mahlers 8. Sinfonie sind auch heute noch riesige Auf- und Abbaumaßnahmen nötig!











