Piagets Stufenmodell der kognitiven Entwicklung
Stell dir vor, dein Gehirn würde sich in vier klar abgrenzbaren Phasen entwickeln - genau das behauptete Piaget! Jede Stufe bringt völlig neue Denkfähigkeiten mit sich, die du dir wie verschiedene "Betriebssysteme" deines Gehirns vorstellen kannst.
In der sensomotorischen Stufe (0-2 Jahre) entdecken Babys die Welt hauptsächlich durch ihre Sinne und Bewegungen. Der wichtigste Meilenstein hier ist die Objektpermanenz - die Erkenntnis, dass Gegenstände auch dann noch existieren, wenn man sie nicht sehen kann. Vor dieser Entwicklung denkt ein Baby tatsächlich, dass Mama verschwunden ist, wenn sie sich die Hände vor das Gesicht hält!
Die präoperationale Stufe (2-7 Jahre) ist geprägt von Egozentrismus - Kinder können sich noch nicht in andere hineinversetzen. Typisch sind auch Anthropomorphismus (Teddybären haben Gefühle), magisches Denken (Wünsche können wahr werden) und Zentrierung (Fokus auf nur ein Merkmal gleichzeitig).
Tipp: Wenn ein 4-Jähriger behauptet, dass in einem hohen, schmalen Glas mehr Wasser ist als in einem breiten, flachen Glas (obwohl die Menge gleich ist), zeigt das perfekt die Zentrierung dieser Stufe!
In der Stufe der konkreten Operationen (7-11 Jahre) entwickelt sich endlich logisches Denken für konkrete Probleme. Kinder verstehen jetzt das Prinzip der Erhaltung und können mehrere Aspekte gleichzeitig betrachten. Die Stufe der formalen Operationen (ab 11 Jahren) bringt schließlich abstraktes Denken - du kannst jetzt über hypothetische Situationen nachdenken und komplexe Theorien verstehen.






