Was ist systemische Therapie?
Stell dir vor, du bist wie ein Zahnrad in einer großen Maschine - wenn sich ein Teil bewegt, bewegen sich alle anderen mit. Genau so funktioniert die systemische Therapie. Sie betrachtet Menschen immer als Teil eines Systems, egal ob Familie, Schule oder Freundeskreis.
Der Clou dabei: Störungen haben immer einen Zweck im System. Therapeuten fragen nicht "Was macht dich krank?", sondern "Welche Funktion erfüllen deine Symptome für das ganze System?". Diese Sichtweise kann ziemlich überraschend sein - manchmal hält eine Depression unbewusst eine Familie zusammen oder lenkt von anderen Problemen ab.
Die Therapie funktioniert besonders gut bei Essstörungen, Depressionen und Suchterkrankungen. Der Therapeut stellt dabei clevere Fragen, die neue Perspektiven eröffnen. Manchmal sind das lösungsorientierte Fragen wie "Wer wäre am meisten überrascht, wenn dein Problem plötzlich weg wäre?" - manchmal auch problemorientierte Fragen wie "Was würdest du vermissen, wenn das Problem verschwände?".
Merke dir: Jede Frage ist ein Angebot, die Wirklichkeit anders zu sehen!



