In der Psychologie und Pädagogik geht es darum zu verstehen,... Mehr anzeigen
Grundlagen der Anthropologie und Verhaltensweisen











Anthropologie - Was macht uns menschlich?
Die Anthropologie beschäftigt sich mit dem, was uns Menschen ausmacht. Du kennst sicher den Unterschied zwischen Menschen und Tieren, aber die wissenschaftlichen Merkmale sind ziemlich faszinierend.
Als Gehirnwesen haben wir Menschen superpowers entwickelt: Wir können aufrecht gehen, komplexe Sprache verwenden und gezielt planen. Unser Gehirn ermöglicht uns Gedanken, Vorstellungen und Wortsprache - alles Dinge, die bei Tieren so nicht vorkommen.
Das Coole daran? Diese Fähigkeiten kommen nicht automatisch. Du musstest als Baby erst lernen zu sprechen, zu denken und aufrecht zu gehen. Geist und Vernunft machen uns lern- und erziehungsfähig, aber sie entwickeln sich nur durch Übung und Anregung von außen.
Merktipp: Menschen sind die einzigen Lebewesen, die bewusst planen und ihre Umwelt aktiv gestalten können - aber nur, wenn sie es lernen!

Menschen ohne GPS - Das instinktreduzierte Wesen
Stell dir vor, du wärst wie ein Vogel, der automatisch weiß, wie er ein Nest baut. Menschen haben diesen Luxus nicht! Wir sind instinktreduziert - unsere ererbten Verhaltensprogramme reichen nicht aus, um zu überleben.
Was erstmal wie ein Nachteil klingt, ist eigentlich unser größter Vorteil. Durch die Instinktarmut können wir zwischen verschiedenen Verhaltensweisen wählen und kreative Lösungen finden. Deshalb nennt man uns auch weltoffenes Wesen - wir sind nicht auf starre Reaktionen programmiert.
Diese Flexibilität bedeutet aber auch: Du musst die wichtigsten Lebensregeln erst lernen. Von Tischmanieren bis zu sozialen Normen - alles muss durch Erziehung und Lernen vermittelt werden.
Aha-Moment: Deine Freiheit, selbst zu entscheiden, kommt daher, dass du keine starren Instinkte hast - aber damit bist du auch auf Lernen angewiesen!

Das biologische Mängelwesen - Schwächen als Stärken
Menschen sind biologisch gesehen ziemlich schlecht ausgerüstet. Wir haben keine Krallen, kein dickes Fell, keine Supersinne - wir sind organisch unspezialisiert und unfertig. Klingt frustrierend, oder?
Hier kommt der Plot-Twist: Genau diese biologischen Mängel machen uns zu Genies! Weil wir keine speziellen Organe haben, können wir unsere Hände für tausend verschiedene Dinge nutzen. Unsere Intelligenz gleicht alle körperlichen Schwächen aus.
Das Ergebnis? Wir erschaffen Kultur - alles von Smartphone bis Beethoven-Symphonie. Wir gestalten die Natur so um, dass wir darin leben können. Gleichzeitig müssen wir aber auch lernen, in unserer selbst geschaffenen Kultur zu leben.
Paradox des Menschen: Unsere größten Schwächen (fehlende Instinkte, schwacher Körper) werden durch unser Gehirn zu unseren größten Stärken!

Kulturwesen und soziales Wesen
Du lebst nicht einfach nur - du lebst in einer Kultur. Sprache, Werte, Normen, sogar deine Art zu denken sind kulturell geprägt. Menschen sind sowohl Schöpfer als auch Geschöpf der Kultur.
Das bedeutet: Du musst deine kulturelle Lebensweise erst erlernen (Kulturübernahme) und sollst gleichzeitig fähig werden, Kultur weiterzuentwickeln. Du brauchst also sowohl Anpassung als auch Kritikfähigkeit und Kreativität.
Als soziales Wesen kannst du nur durch das Zusammenleben mit anderen existieren. Alle wichtigen menschlichen Eigenschaften entwickeln sich nur in der Gemeinschaft - Sprache, Denken, Gefühle.
Lebensfakt: Du bist ein Kulturprodukt UND ein Kulturproduzent - du übernimmst Kultur und gestaltest sie gleichzeitig mit!

Physiologische Frühgeburt und Erziehungsnotwendigkeit
Menschen kommen als physiologische Frühgeburt zur Welt - wir sind bei der Geburt extrem hilflos. Während andere Tierbabys schnell selbstständig werden, brauchen Menschenbabys jahrelange Betreuung.
Die Tabelle zeigt dir die Folgerungen für die Erziehung: Jede biologische "Schwäche" des Menschen führt zu einer besonderen Lernaufgabe. Gehirnwesen müssen Hirnfunktionen trainieren, instinktreduzierte Wesen müssen Lebensweisen erlernen.
Resümee: Menschen sind extrem lern- und erziehungsfähig, aber auch dringend auf Lernen und Erziehung angewiesen. Mehr als jedes andere Lebewesen!
Kernaussage: Deine lange "Hilflosigkeit" als Baby war kein Bug, sondern ein Feature - sie ermöglicht die beste Lernzeit deines Lebens!

Sozial abweichendes Verhalten
Manchmal läuft etwas schief in der Entwicklung. Sozial abweichendes Verhalten liegt vor, wenn jemand dauerhaft Probleme mit dem geregelten Zusammenleben hat - für sich selbst oder andere.
Die Beispiele sind vielfältig: von übertriebener Ängstlichkeit über Aggressionen bis hin zu Drogen- und Alkoholmissbrauch. Auch Leistungsverweigerung oder die Unfähigkeit, soziale Bindungen einzugehen, gehören dazu.
Hospitalismus - Wenn Liebe fehlt
Hospitalismus beschreibt schwere Entwicklungsstörungen bei Babys und Kleinkindern durch mangelnde Zuwendung. R.A. Spitz entdeckte diese Schäden bei Kindern in Heimen und Krankenhäusern.
Erschreckende Erkenntnis: Babys können körperlich versorgt werden und trotzdem schwer krank werden - nur weil ihnen emotionale Zuwendung fehlt!

Die drei Phasen des Hospitalismus
Wenn Babys von ihrer Bezugsperson getrennt werden, durchlaufen sie drei dramatische Phasen:
Phase 1 - Protest: Das Baby schreit, ruft und klammert sich verzweifelt an Pflegepersonen oder weist sie frustriert ab. Phase 2 - Verzweiflung: Apathie, leises Weinen, stereotype Schaukelbewegungen und sogar Selbstverletzung. Das Kind verliert die Hoffnung.
Phase 3 - Verleugnung: Das Baby wird scheinbar ruhiger und geht wieder auf Kontakt ein - aber nur, weil es seine Gefühle verdrängt. Manchmal will es sogar nicht mehr zur Mutter zurück.
Folgerung: Entwicklung passiert nicht automatisch! Sie muss von Bezugspersonen sorgfältig unterstützt werden. Die frühe Kindheit ist entscheidend für den ganzen Lebensweg.
Dramatische Wahrheit: Ein Baby kann seine eigene Mutter "vergessen", um sich vor weiterem emotionalen Schmerz zu schützen!

Spitz' Forschung - Findelhaus vs. Säuglingsheim
Spitz verglich zwei Einrichtungen: Im Findelhaus fehlte fast alles - keine Spielsachen, trostlose Umgebung, überhängte Betttücher, die die Babys von der Welt abschirmten. Die Babys lagen monatelang bewegungslos auf dem Rücken.
Im Säuglingsheim war alles anders: Spielzeug, freundliche Atmosphäre, die eigenen Mütter kümmerten sich um ihre Babys. Die Kinder konnten ihre Umgebung beobachten und hatten mehr Bewegungsfreiheit.
Die Einrichtungen unterschieden sich in Spielzeug, Gesichtskreis, Bewegungsspielraum und Personal. Aber der wichtigste Unterschied: Im Säuglingsheim waren die Mütter da!
Schlüsselerkenntnis: Nicht die Ausstattung entscheidet, sondern die liebevolle, persönliche Zuwendung einer Bezugsperson!

Die verheerenden Ergebnisse
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Entwicklungsquotient (EQ) zeigt, wie weit ein Kind entwickelt ist.
Findelhaus: EQ sank von 1,24 (erste 4 Monate) auf 0,72 (letzte 4 Monate) - die Kinder entwickelten sich rückwärts! Säuglingsheim: EQ blieb stabil bei etwa 1,02-1,05 - normale Entwicklung.
Kinder, die länger als acht Monate ohne Bezugsperson im Heim lebten, zeigten schwere psychische Schädigungen. Manche waren so schwer betroffen, dass ihre Entwicklung gar nicht mehr messbar war.
Die traurige Wahrheit: Kinder, die erst im zweiten oder dritten Lebensjahr ins Heim kamen, hatten bessere Heilungschancen. Je früher die Schädigung, desto schwerer die Folgen.
Zeitfenster des Lebens: Die ersten Lebensmonate sind ein kritisches Fenster - was hier versäumt wird, lässt sich später nur schwer nachholen!

Die zwei Hauptursachen und heutige Erkenntnisse
Spitz identifizierte zwei wesentliche Gründe für Hospitalismus: Mangel an Reizen (psychische Sterilität) und Abwesenheit der Bezugsperson. Die Mutter konnte durch ihre natürliche Anregung viele Mängel der Umgebung ausgleichen.
Heutige Erkenntnisse: Je früher psychische Schädigungen entstehen, desto geringer sind die Heilungschancen. Aber: Je früher die Therapie beginnt, desto besser die Aussichten.
Es muss nicht unbedingt die biologische Mutter sein - jede motivierte Person mit entsprechenden Kenntnissen kann ein Kind effektiv fördern. Wichtig ist die regelmäßige, liebevolle Zuwendung.
Moderne Relevanz: Auch heute sind diese Erkenntnisse wichtig für Kitas, Pflegefamilien und alle, die mit kleinen Kindern arbeiten.
Hoffnungsvolle Botschaft: Schäden durch fehlende Zuwendung sind heute vermeidbar - wenn wir die Erkenntnisse ernst nehmen und umsetzen!
Wir dachten schon, du fragst nie...
Was ist der Knowunity KI-Begleiter?
Unser KI-Begleiter ist ein speziell für Schüler entwickeltes KI-Tool, das mehr als nur Antworten bietet. Basierend auf Millionen von Knowunity-Inhalten liefert er relevante Informationen, personalisierte Lernpläne, Quizze und Inhalte direkt im Chat und passt sich deinem individuellen Lernweg an.
Wo kann ich die Knowunity-App herunterladen?
Du kannst die App im Google Play Store und im Apple App Store herunterladen.
Ist Knowunity wirklich kostenlos?
Genau! Genieße kostenlosen Zugang zu Lerninhalten, vernetze dich mit anderen Schülern und hol dir sofortige Hilfe – alles direkt auf deinem Handy.
Ähnlicher Inhalt
Beliebtester Inhalt: mütterliche Entbehrung
3Beliebtester Inhalt in Psychologie
9Beliebtester Inhalt
9Findest du nicht, was du suchst? Entdecke andere Fächer.
Schüler lieben uns — und du auch.
Die App ist sehr einfach zu bedienen und gut gestaltet. Ich habe bisher alles gefunden, wonach ich gesucht habe, und konnte viel aus den Präsentationen lernen! Ich werde die App definitiv für ein Schulprojekt nutzen! Und natürlich hilft sie auch sehr als Inspiration.
Diese App ist wirklich super. Es gibt so viele Lernzettel und Hilfen [...]. Mein Problemfach ist zum Beispiel Französisch und die App hat so viele Möglichkeiten zur Hilfe. Dank dieser App habe ich mich in Französisch verbessert. Ich würde sie jedem empfehlen.
Wow, ich bin wirklich begeistert. Ich habe die App einfach mal ausprobiert, weil ich sie schon oft beworben gesehen habe und war absolut beeindruckt. Diese App ist DIE HILFE, die man für die Schule braucht und vor allem bietet sie so viele Dinge wie Übungen und Lernzettel, die mir persönlich SEHR geholfen haben.
Grundlagen der Anthropologie und Verhaltensweisen
In der Psychologie und Pädagogik geht es darum zu verstehen, was den Menschen so besonders macht und warum wir überhaupt Erziehung brauchen. Du wirst entdecken, dass der Mensch durch seine biologischen "Mängel" paradoxerweise zu einem echten Lernwunder wird - und... Mehr anzeigen

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Anthropologie - Was macht uns menschlich?
Die Anthropologie beschäftigt sich mit dem, was uns Menschen ausmacht. Du kennst sicher den Unterschied zwischen Menschen und Tieren, aber die wissenschaftlichen Merkmale sind ziemlich faszinierend.
Als Gehirnwesen haben wir Menschen superpowers entwickelt: Wir können aufrecht gehen, komplexe Sprache verwenden und gezielt planen. Unser Gehirn ermöglicht uns Gedanken, Vorstellungen und Wortsprache - alles Dinge, die bei Tieren so nicht vorkommen.
Das Coole daran? Diese Fähigkeiten kommen nicht automatisch. Du musstest als Baby erst lernen zu sprechen, zu denken und aufrecht zu gehen. Geist und Vernunft machen uns lern- und erziehungsfähig, aber sie entwickeln sich nur durch Übung und Anregung von außen.
Merktipp: Menschen sind die einzigen Lebewesen, die bewusst planen und ihre Umwelt aktiv gestalten können - aber nur, wenn sie es lernen!

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Menschen ohne GPS - Das instinktreduzierte Wesen
Stell dir vor, du wärst wie ein Vogel, der automatisch weiß, wie er ein Nest baut. Menschen haben diesen Luxus nicht! Wir sind instinktreduziert - unsere ererbten Verhaltensprogramme reichen nicht aus, um zu überleben.
Was erstmal wie ein Nachteil klingt, ist eigentlich unser größter Vorteil. Durch die Instinktarmut können wir zwischen verschiedenen Verhaltensweisen wählen und kreative Lösungen finden. Deshalb nennt man uns auch weltoffenes Wesen - wir sind nicht auf starre Reaktionen programmiert.
Diese Flexibilität bedeutet aber auch: Du musst die wichtigsten Lebensregeln erst lernen. Von Tischmanieren bis zu sozialen Normen - alles muss durch Erziehung und Lernen vermittelt werden.
Aha-Moment: Deine Freiheit, selbst zu entscheiden, kommt daher, dass du keine starren Instinkte hast - aber damit bist du auch auf Lernen angewiesen!

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Das biologische Mängelwesen - Schwächen als Stärken
Menschen sind biologisch gesehen ziemlich schlecht ausgerüstet. Wir haben keine Krallen, kein dickes Fell, keine Supersinne - wir sind organisch unspezialisiert und unfertig. Klingt frustrierend, oder?
Hier kommt der Plot-Twist: Genau diese biologischen Mängel machen uns zu Genies! Weil wir keine speziellen Organe haben, können wir unsere Hände für tausend verschiedene Dinge nutzen. Unsere Intelligenz gleicht alle körperlichen Schwächen aus.
Das Ergebnis? Wir erschaffen Kultur - alles von Smartphone bis Beethoven-Symphonie. Wir gestalten die Natur so um, dass wir darin leben können. Gleichzeitig müssen wir aber auch lernen, in unserer selbst geschaffenen Kultur zu leben.
Paradox des Menschen: Unsere größten Schwächen (fehlende Instinkte, schwacher Körper) werden durch unser Gehirn zu unseren größten Stärken!

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Kulturwesen und soziales Wesen
Du lebst nicht einfach nur - du lebst in einer Kultur. Sprache, Werte, Normen, sogar deine Art zu denken sind kulturell geprägt. Menschen sind sowohl Schöpfer als auch Geschöpf der Kultur.
Das bedeutet: Du musst deine kulturelle Lebensweise erst erlernen (Kulturübernahme) und sollst gleichzeitig fähig werden, Kultur weiterzuentwickeln. Du brauchst also sowohl Anpassung als auch Kritikfähigkeit und Kreativität.
Als soziales Wesen kannst du nur durch das Zusammenleben mit anderen existieren. Alle wichtigen menschlichen Eigenschaften entwickeln sich nur in der Gemeinschaft - Sprache, Denken, Gefühle.
Lebensfakt: Du bist ein Kulturprodukt UND ein Kulturproduzent - du übernimmst Kultur und gestaltest sie gleichzeitig mit!

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Physiologische Frühgeburt und Erziehungsnotwendigkeit
Menschen kommen als physiologische Frühgeburt zur Welt - wir sind bei der Geburt extrem hilflos. Während andere Tierbabys schnell selbstständig werden, brauchen Menschenbabys jahrelange Betreuung.
Die Tabelle zeigt dir die Folgerungen für die Erziehung: Jede biologische "Schwäche" des Menschen führt zu einer besonderen Lernaufgabe. Gehirnwesen müssen Hirnfunktionen trainieren, instinktreduzierte Wesen müssen Lebensweisen erlernen.
Resümee: Menschen sind extrem lern- und erziehungsfähig, aber auch dringend auf Lernen und Erziehung angewiesen. Mehr als jedes andere Lebewesen!
Kernaussage: Deine lange "Hilflosigkeit" als Baby war kein Bug, sondern ein Feature - sie ermöglicht die beste Lernzeit deines Lebens!

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Sozial abweichendes Verhalten
Manchmal läuft etwas schief in der Entwicklung. Sozial abweichendes Verhalten liegt vor, wenn jemand dauerhaft Probleme mit dem geregelten Zusammenleben hat - für sich selbst oder andere.
Die Beispiele sind vielfältig: von übertriebener Ängstlichkeit über Aggressionen bis hin zu Drogen- und Alkoholmissbrauch. Auch Leistungsverweigerung oder die Unfähigkeit, soziale Bindungen einzugehen, gehören dazu.
Hospitalismus - Wenn Liebe fehlt
Hospitalismus beschreibt schwere Entwicklungsstörungen bei Babys und Kleinkindern durch mangelnde Zuwendung. R.A. Spitz entdeckte diese Schäden bei Kindern in Heimen und Krankenhäusern.
Erschreckende Erkenntnis: Babys können körperlich versorgt werden und trotzdem schwer krank werden - nur weil ihnen emotionale Zuwendung fehlt!

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Die drei Phasen des Hospitalismus
Wenn Babys von ihrer Bezugsperson getrennt werden, durchlaufen sie drei dramatische Phasen:
Phase 1 - Protest: Das Baby schreit, ruft und klammert sich verzweifelt an Pflegepersonen oder weist sie frustriert ab. Phase 2 - Verzweiflung: Apathie, leises Weinen, stereotype Schaukelbewegungen und sogar Selbstverletzung. Das Kind verliert die Hoffnung.
Phase 3 - Verleugnung: Das Baby wird scheinbar ruhiger und geht wieder auf Kontakt ein - aber nur, weil es seine Gefühle verdrängt. Manchmal will es sogar nicht mehr zur Mutter zurück.
Folgerung: Entwicklung passiert nicht automatisch! Sie muss von Bezugspersonen sorgfältig unterstützt werden. Die frühe Kindheit ist entscheidend für den ganzen Lebensweg.
Dramatische Wahrheit: Ein Baby kann seine eigene Mutter "vergessen", um sich vor weiterem emotionalen Schmerz zu schützen!

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Spitz' Forschung - Findelhaus vs. Säuglingsheim
Spitz verglich zwei Einrichtungen: Im Findelhaus fehlte fast alles - keine Spielsachen, trostlose Umgebung, überhängte Betttücher, die die Babys von der Welt abschirmten. Die Babys lagen monatelang bewegungslos auf dem Rücken.
Im Säuglingsheim war alles anders: Spielzeug, freundliche Atmosphäre, die eigenen Mütter kümmerten sich um ihre Babys. Die Kinder konnten ihre Umgebung beobachten und hatten mehr Bewegungsfreiheit.
Die Einrichtungen unterschieden sich in Spielzeug, Gesichtskreis, Bewegungsspielraum und Personal. Aber der wichtigste Unterschied: Im Säuglingsheim waren die Mütter da!
Schlüsselerkenntnis: Nicht die Ausstattung entscheidet, sondern die liebevolle, persönliche Zuwendung einer Bezugsperson!

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Die verheerenden Ergebnisse
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Entwicklungsquotient (EQ) zeigt, wie weit ein Kind entwickelt ist.
Findelhaus: EQ sank von 1,24 (erste 4 Monate) auf 0,72 (letzte 4 Monate) - die Kinder entwickelten sich rückwärts! Säuglingsheim: EQ blieb stabil bei etwa 1,02-1,05 - normale Entwicklung.
Kinder, die länger als acht Monate ohne Bezugsperson im Heim lebten, zeigten schwere psychische Schädigungen. Manche waren so schwer betroffen, dass ihre Entwicklung gar nicht mehr messbar war.
Die traurige Wahrheit: Kinder, die erst im zweiten oder dritten Lebensjahr ins Heim kamen, hatten bessere Heilungschancen. Je früher die Schädigung, desto schwerer die Folgen.
Zeitfenster des Lebens: Die ersten Lebensmonate sind ein kritisches Fenster - was hier versäumt wird, lässt sich später nur schwer nachholen!

Melde dich an, um den Inhalt zu sehen. Kostenlos!
- Zugriff auf alle Dokumente
- Verbessere deine Noten
- Schließ dich Millionen Schülern an
Die zwei Hauptursachen und heutige Erkenntnisse
Spitz identifizierte zwei wesentliche Gründe für Hospitalismus: Mangel an Reizen (psychische Sterilität) und Abwesenheit der Bezugsperson. Die Mutter konnte durch ihre natürliche Anregung viele Mängel der Umgebung ausgleichen.
Heutige Erkenntnisse: Je früher psychische Schädigungen entstehen, desto geringer sind die Heilungschancen. Aber: Je früher die Therapie beginnt, desto besser die Aussichten.
Es muss nicht unbedingt die biologische Mutter sein - jede motivierte Person mit entsprechenden Kenntnissen kann ein Kind effektiv fördern. Wichtig ist die regelmäßige, liebevolle Zuwendung.
Moderne Relevanz: Auch heute sind diese Erkenntnisse wichtig für Kitas, Pflegefamilien und alle, die mit kleinen Kindern arbeiten.
Hoffnungsvolle Botschaft: Schäden durch fehlende Zuwendung sind heute vermeidbar - wenn wir die Erkenntnisse ernst nehmen und umsetzen!
Wir dachten schon, du fragst nie...
Was ist der Knowunity KI-Begleiter?
Unser KI-Begleiter ist ein speziell für Schüler entwickeltes KI-Tool, das mehr als nur Antworten bietet. Basierend auf Millionen von Knowunity-Inhalten liefert er relevante Informationen, personalisierte Lernpläne, Quizze und Inhalte direkt im Chat und passt sich deinem individuellen Lernweg an.
Wo kann ich die Knowunity-App herunterladen?
Du kannst die App im Google Play Store und im Apple App Store herunterladen.
Ist Knowunity wirklich kostenlos?
Genau! Genieße kostenlosen Zugang zu Lerninhalten, vernetze dich mit anderen Schülern und hol dir sofortige Hilfe – alles direkt auf deinem Handy.
Ähnlicher Inhalt
Beliebtester Inhalt: mütterliche Entbehrung
3Beliebtester Inhalt in Psychologie
9Beliebtester Inhalt
9Findest du nicht, was du suchst? Entdecke andere Fächer.
Schüler lieben uns — und du auch.
Die App ist sehr einfach zu bedienen und gut gestaltet. Ich habe bisher alles gefunden, wonach ich gesucht habe, und konnte viel aus den Präsentationen lernen! Ich werde die App definitiv für ein Schulprojekt nutzen! Und natürlich hilft sie auch sehr als Inspiration.
Diese App ist wirklich super. Es gibt so viele Lernzettel und Hilfen [...]. Mein Problemfach ist zum Beispiel Französisch und die App hat so viele Möglichkeiten zur Hilfe. Dank dieser App habe ich mich in Französisch verbessert. Ich würde sie jedem empfehlen.
Wow, ich bin wirklich begeistert. Ich habe die App einfach mal ausprobiert, weil ich sie schon oft beworben gesehen habe und war absolut beeindruckt. Diese App ist DIE HILFE, die man für die Schule braucht und vor allem bietet sie so viele Dinge wie Übungen und Lernzettel, die mir persönlich SEHR geholfen haben.