Das Es und die Triebtheorie
Das Es ist die ursprünglichste Instanz unserer Persönlichkeit und existiert von Geburt an. Es ist der Sitz unserer Triebe, Wünsche und Bedürfnisse, die nach sofortiger Befriedigung verlangen. Anders als das Ich und Über-Ich kann das Es nicht bewusst kontrolliert werden.
Die wichtigsten Triebkräfte im Es sind der Sexualtrieb (Libido) und der Aggressionstrieb (Thanatos/Destrudo). Daneben finden sich auch Grundbedürfnisse wie Hunger und Schlaf. Das Es folgt dem Lustprinzip – es will Lust maximieren und Unlust vermeiden, ohne Rücksicht auf Konsequenzen.
Freuds psychoanalytische Trieblehre geht davon aus, dass alles menschliche Verhalten durch Triebe motiviert wird. Jeder Trieb hat eine Triebquelle (der Körperteil, von dem der Reiz ausgeht), ein Triebziel (die Befriedigung des Bedürfnisses) und ein Triebobjekt (wodurch die Befriedigung erreicht wird).
💡 Praxistipp: Die Konflikte zwischen Es, Ich und Über-Ich erklären viele innere Spannungen. Wenn du dich zwischen einem spontanen Wunsch (Es) und dem, was "richtig" ist (Über-Ich), hin- und hergerissen fühlst, versucht dein Ich gerade, einen gangbaren Kompromiss zu finden!