Psychosoziales Entwicklungsmodell (Erik H. Erikson)
Eriksons Modell erweitert Freuds Entwicklungstheorie wesentlich, indem es drei weitere Phasen für das Erwachsenenalter hinzufügt und soziale Aspekte stärker betont. Die psychosoziale Entwicklung nach Erikson folgt einem epigenetischen Prinzip, was bedeutet, dass die Entwicklung inneren Gesetzen folgt und in aufeinander aufbauenden Stufen verläuft.
Jede der acht Lebensphasen ist durch:
- Biologisch bedingte Reifungsprozesse mit spezifischen sozialen Anforderungen
- Typische Kernkonflikte und damit verbundene Krisen
- Die Chance auf positive Persönlichkeitsentwicklung bei erfolgreicher Bewältigung
- Das Risiko negativer Eigenschaften bei nicht gelungener Bewältigung
Wichtiges Konzept: Die Identitätsentwicklung nach Erikson ist kein abgeschlossener Prozess, sondern dauert ein Leben lang an. In jeder Entwicklungsphase sind wir mit einem bipolaren Konflikt konfrontiert, dessen erfolgreiche Lösung uns wertvolle Kompetenzen für die nächste Phase vermittelt.
Die ersten vier Stufen des Erikson Stufenmodells umfassen:
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Urvertrauen vs. Urmisstrauen (1. Lebensjahr)
- Entwicklung von Sicherheitsgefühl durch emotionale Bindung zur Mutter
- Erfolg: Überwindung der Angst vor Nichterfüllung grundlegender Bedürfnisse
- Misserfolg: Entwicklung von Angst, Misstrauen und Unsicherheit
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Autonomie vs. Scham und Zweifel (1.-3. Lebensjahr)
- Kind erlernt Laufen, Sprechen und Sauberkeitskontrolle
- Erfolg: Überwiegen der Autonomie (z.B. selbstständiges Anziehen)
- Misserfolg: Entwicklung von Scham und Zweifel durch zu viel Tadel
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Initiative vs. Schuldgefühl (3.-6. Lebensjahr)
- Gegengeschlechtliches Elternteil wird zum Liebesobjekt
- Gewissensbildung durch Identifizierung mit elterlichen Normen
- Familie ist wichtigster Bezugspunkt



































