Das magische Sechseck und seine Zielkonflikte
Das "magische Sechseck" der Wirtschaftspolitik beschreibt sechs zentrale Zielsetzungen, an denen sich wirtschaftspolitisches Handeln orientieren soll. Ursprünglich wurde 1967 im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz das "magische Viereck" mit vier Zielen definiert: hoher Beschäftigungsstand (gemessen an der Arbeitslosenquote), Preisniveaustabilität (gemessen an der Inflationsrate), außenwirtschaftliches Gleichgewicht (gemessen an der Außenbeitragsquote) und stetiges, angemessenes Wirtschaftswachstum (gemessen an der Veränderungsrate des realen BIP).
Später wurden zwei weitere Ziele hinzugefügt: gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen (messbar durch den Gini-Koeffizienten) sowie Erhaltung einer lebenswerten Umwelt (messbar z.B. durch den CO2-Ausstoß). Diese Erweiterung führte zu zusätzlichen Zielkonflikten.
Gut zu wissen: Der Gini-Koeffizient misst Ungleichheit auf einer Skala von 0 (perfekte Gleichverteilung) bis 1 (maximale Ungleichverteilung). Er sagt jedoch nichts über die Gerechtigkeit der Verteilung aus!
Ein typischer Zielkonflikt besteht zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz: Eine Steigerung des BIP geht oft mit erhöhtem Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen einher. Beispielsweise würde die Abholzung eines Naturschutzgebietes kurzfristig das BIP erhöhen, aber langfristig die Umwelt schädigen.



































