Grundlagen der neuronalen Signalverarbeitung
Unsere Nervenzellen kommunizieren über zwei Arten von Signalen: erregende postsynaptische Potenziale (EPSP) und hemmende postsynaptische Potenziale (IPSP). EPSPs führen zu einer Depolarisation der Zellmembran und können, wenn sie stark genug sind, ein Aktionspotential auslösen. IPSPs hingegen verursachen eine Hyperpolarisation und können erregende Signale abschwächen.
An Synapsen werden ankommende Aktionspotentiale in länger andauernde postsynaptische Potentiale umgewandelt. Diese breiten sich unter Abschwächung über die Zelle aus und werden am Axonhügel verrechnet. Erst wenn dort der Schwellenwert überschritten wird, entsteht ein neues Aktionspotential.
Die Verrechnung der Signale erfolgt durch zwei Mechanismen. Bei der räumlichen Summation werden gleichzeitig eintreffende EPSPs und IPSPs von verschiedenen Synapsen verrechnet. Bei der zeitlichen Summation werden kurz nacheinander eintreffende Signale von einer Synapse addiert. In beiden Fällen gilt: Überwiegen die EPSPs, wird ein Aktionspotential ausgelöst; überwiegen die IPSPs, bleibt dies aus.
💡 Stell dir dein Neuron wie einen Entscheider vor: Es sammelt alle "Ja"-Stimmen (EPSPs) und "Nein"-Stimmen (IPSPs) und nur wenn die positiven Stimmen überwiegen, wird das Signal weitergeleitet!




