Stoffwechsel ist der Motor des Lebens! Du lernst hier, wie...
Stoffwechsel - Abiturvorbereitung mit Erfolg











Stoffabbau und Zellatmung
Dein Körper braucht ständig Energie - genau wie dein Handy eine Batterie braucht. Diese Energie holt er sich durch den Abbau von Kohlenhydraten und Fetten, die du isst.
Dissimilation ist der Fachbegriff dafür: Energiereiche Stoffe werden zu energieärmeren abgebaut. Dabei entstehen ATP (die "Energiewährung" der Zelle) und Wärme - aber nur wenn genug Sauerstoff da ist.
Bei der Zellatmung wird Glucose komplett zu CO₂ und Wasser "verbrannt". Das ist wie ein perfekt sauberer Motor, der aus Zucker pure Energie macht!
Merkregel: Dissimilation = Abbau mit Energiegewinn (wie Holz verbrennen im Kamin)

Glykolyse - Der erste Schritt
Die Glykolyse passiert im Zellplasma und spaltet ein Glucose-Molekül in zwei kleinere Teile. Das ist wie das Zerbrechen eines großen Schokoriegels in zwei Hälften.
In der Energieinvestitionsphase muss die Zelle erst mal 2 ATP "investieren" - wie Startkapital für ein Geschäft. Die Glucose wird phosphoryliert (bekommt Phosphatgruppen) und dann in zwei GAP-Moleküle gespalten.
Die Ertragsphase bringt dann den Gewinn: Aus den zwei GAP entstehen 4 ATP und 2 NADH. Rechnung: 4 ATP gewonnen - 2 ATP investiert = 2 ATP Gewinn pro Glucose!
Pyruvat ist das Endprodukt und ein wichtiger Knotenpunkt: Mit Sauerstoff geht's weiter zum Citratzyklus, ohne Sauerstoff zur Gärung.
Gut zu wissen: NADH ist wie ein aufgeladener Akku - die Energie wird später in der Atmungskette genutzt!

Gärung - Leben ohne Sauerstoff
Wenn kein Sauerstoff da ist, machen Zellen Gärung - das ist der Notfallmodus. Stell dir vor, dein Handy schaltet in den Energiesparmodus.
Bei der Milchsäuregärung wird Pyruvat zu Lactat umgewandelt. Das passiert in deinen Muskeln bei intensivem Sport - daher der Muskelkater! Das NADH wird dabei wieder zu NAD⁺ recycelt.
Die alkoholische Gärung läuft anders: Pyruvat wird erst zu Acetaldehyd (dabei entweicht CO₂), dann zu Ethanol reduziert. Hefen nutzen diesen Weg - deshalb blubbern Brotteig und Bierwürze.
Beide Gärungsarten haben einen Nachteil: Sie liefern viel weniger ATP als die vollständige Zellatmung mit Sauerstoff.
Praxis-Tipp: Gärung siehst du überall - beim Backen (Hefe), bei eingelegtem Gemüse oder wenn Milch sauer wird!

Citratzyklus - Die Energiefabrik
Der Citratzyklus läuft in den Mitochondrien ab - den "Kraftwerken" der Zelle. Hier wird aus Pyruvat richtig viel Energie gewonnen.
Zuerst passiert die oxidative Decarboxylierung: Pyruvat verliert CO₂ und wird zu Acetyl-CoA umgebaut. Dabei entsteht schon das erste NADH - wie ein Vorgeschmack auf das, was kommt.
Im eigentlichen Zyklus wird Acetyl-CoA mit einem C₄-Körper zu Citrat verbunden. Dann läuft ein kreisförmiger Prozess ab: Der Körper wird schrittweise oxidiert, CO₂ wird abgespalten, und dabei entstehen 3 NADH, 1 FADH₂ und 1 ATP pro Durchlauf.
Da aus einer Glucose zwei Pyruvat entstehen, läuft alles doppelt ab. Bilanz pro Glucose: 6 NADH, 2 FADH₂, 2 ATP - plus jede Menge gespeicherte Energie in den Elektronenüberträgern!
Wichtig: Der Citratzyklus ist wie ein perfektes Recycling-System - am Ende ist alles wieder da, um von vorne zu starten!

Atmungskette - Das große Finale
Die Atmungskette in der inneren Mitochondrienmembran ist das Kraftwerk-Finale. Hier wird aus den gesammelten NADH und FADH₂ jede Menge ATP gemacht.
Die Elektronen von NADH und FADH₂ wandern durch vier Proteinkomplexe - wie durch eine Reihe von Turbinen. Bei den Komplexen I, III und IV werden dabei Protonen in den Zwischenraum gepumpt.
Dadurch entsteht ein "Protonenstau" - wie Wasser hinter einem Damm. Die Protonen können nur durch die ATP-Synthase zurück, und dabei wird ATP produziert. Jedes Proton liefert Energie für ein ATP-Molekül!
Am Ende nehmen Sauerstoffmoleküle die Elektronen auf und werden zu Wasser reduziert. Gesamtbilanz pro Glucose: 34 ATP aus der Atmungskette - ein gewaltiger Energiegewinn!
Faszinierend: Ohne Sauerstoff als "Elektronenmülleimer" würde die ganze Atmungskette zum Stillstand kommen!

Photosynthese - Sonnenlicht wird zu Zucker
Photosynthese ist das Gegenteil der Zellatmung: Pflanzen bauen aus CO₂ und Wasser mit Sonnenlicht Glucose auf. Ohne diesen Prozess gäbe es kein Leben auf der Erde!
Die Lichtintensität beeinflusst die Photosynthese stark. Bei schwachem Licht überwiegt sogar die CO₂-Abgabe der Pflanze. Am Lichtkompensationspunkt sind Aufnahme und Abgabe gleich.
Temperatur spielt auch eine Rolle - typisch für alle enzymatischen Reaktionen. Bei Starklicht steigt die Photosynthese mit der Temperatur, bei Schwachlicht kaum.
Der CO₂-Gehalt ist oft der begrenzende Faktor. Normal sind 0,04% in der Luft, optimal wären 0,1%. Deshalb "düngen" Gärtner manchmal mit CO₂!
Cool: Schattenpflanzen sind effizienter bei wenig Licht, Sonnenpflanzen brauchen viel Licht für Höchstleistung!

Lichtabsorption und Fotosysteme
Chloroplasten haben eine raffinierte Struktur: gestapelte Thylakoide (Grana) und einzelne Stromathylakoide schaffen verschiedene Reaktionsräume - wie getrennte Werkstätten.
Chlorophyll a ist das zentrale Pigment und absorbiert rot und blau. Chlorophyll b und Carotinoide fangen die "Grünlücke" ab - deshalb sehen Blätter grün aus (das wird nicht absorbiert)!
Fotosysteme sind wie Satellitenschüsseln: Ein großer Antennenkomplex sammelt Licht und leitet die Energie an ein spezielles Chlorophyll-a-Molekül weiter - das Reaktionszentrum.
Der Emerson-Effekt bewies, dass zwei Fotosysteme zusammenarbeiten: Fotosystem I (P700) und Fotosystem II (P680). Einzeln schwach, zusammen superstark!
Clever: Die Antennenpigmente sind wie ein Trichter - sie sammeln Licht aus einem großen Bereich und konzentrieren es auf einen Punkt!

Lichtabhängige Reaktionen
Das Ziel der Lichtreaktionen: Sonnenlicht in chemische Energie (ATP und NADPH) umwandeln. Das ist wie Solarzellen, die Strom produzieren.
Fotosystem II startet den Prozess: Licht regt Chlorophyll an, es gibt ein Elektron ab. Die Lücke wird durch Wasserspaltung gefüllt - dabei entsteht der Sauerstoff, den wir atmen!
Das Elektron fließt über eine Elektronentransportkette zu Fotosystem I. Dabei werden Protonen in die Thylakoide gepumpt - wie Wasser in einen Stausee.
Fotosystem I gibt das Elektron an NADP⁺ weiter, wodurch NADPH entsteht. Die Protonen fließen durch ATP-Synthase zurück und produzieren dabei ATP.
Beim zyklischen Elektronentransport fließen die Elektronen nur durch Fotosystem I im Kreis - das erzeugt extra ATP, wenn genug NADPH da ist.
Genial: Wie bei der Atmungskette wird auch hier ein Protonengradient zur ATP-Produktion genutzt - nur umgekehrt!

Calvin-Zyklus - CO₂ wird zu Zucker
Der Calvin-Zyklus läuft ohne direktes Licht ab, braucht aber ATP und NADPH aus den Lichtreaktionen. Hier wird aus CO₂ tatsächlich Glucose gebaut!
CO₂-Fixierung: Das Enzym RubisCO verbindet CO₂ mit einem Akzeptormolekül. Dabei entsteht ein instabiler C₆-Körper, der sofort in zwei PGS-Moleküle zerfällt.
In der Reduktionsphase wird PGS mit Energie von ATP und NADPH zu GAP umgewandelt. Das ist der energieaufwändige Schritt - wie bergauf Radfahren.
Die Regenerationsphase stellt das Akzeptormolekül wieder her. 5/6 des GAP werden dafür verwendet, 1/6 kann die Pflanze als Glucose nutzen oder speichern.
Wichtig: Licht- und Dunkelreaktionen sind voneinander abhängig - wie zwei Zahnräder, die ineinandergreifen!

Anpassungen verschiedener Pflanzentypen
Sonnenpflanzen sind für viel Licht optimiert: Haare schützen vor Strahlung, Carotinoide wandeln Überschuss in Wärme um, große Spaltöffnungen ermöglichen hohen Gasaustausch.
Schattenpflanzen sind Effizienz-Meister bei wenig Licht. Sie erreichen schnell ihre maximale Photosyntheseleistung, leiden aber bei zu viel Sonne.
C₄-Pflanzen haben ein cleveres System: Sie trennen CO₂-Aufnahme und Calvin-Zyklus räumlich. CO₂ wird erst in Mesophyllzellen an PEP gebunden, dann als Malat zu den Leitbündelscheiden transportiert.
Dort wird CO₂ wieder freigesetzt - direkt bei RubisCO. So kommt das Enzym nicht mit Sauerstoff in Kontakt und die störende Lichtatmung wird vermieden.
Dieses System kostet extra ATP, lohnt sich aber in heißen, trockenen Gebieten. Mais, Zuckerrohr und viele Gräser nutzen diese Strategie!
Faszinierend: C₄-Pflanzen können ihre Spaltöffnungen länger geschlossen halten und sparen dabei Wasser - perfekt für heiße Klimazonen!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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