Thermodynamik ist überall um dich herum - vom Lagerfeuer bis...
Lernzettel zur Energetik in Chemie








System und Umgebung
Stell dir vor, du willst eine chemische Reaktion genauer untersuchen - dann musst du erst mal festlegen, was genau du betrachtest. Ein System ist einfach der Bereich, in dem deine Reaktion abläuft, getrennt von allem anderen drumherum (der Umgebung).
Es gibt drei verschiedene Systemtypen, die du kennen solltest. Offene Systeme tauschen sowohl Stoffe als auch Energie mit der Umgebung aus - wie ein Lagerfeuer, das Sauerstoff aufnimmt und Rauchgase sowie Wärme abgibt.
Geschlossene Systeme können nur Energie austauschen - stell dir einen verschlossenen Erlenmeyerkolben vor. Keine Stoffe kommen rein oder raus, aber Wärme kann durch das Glas fließen. Isolierte Systeme sind komplett abgeschottet - weder Stoffe noch Energie werden ausgetauscht.
Merkhilfe: Offen = alles raus und rein, Geschlossen = nur Energie, Isoliert = gar nichts

Energieerhaltung und innere Energie
Der Energieerhaltungssatz (1. Hauptsatz der Thermodynamik) besagt: Energie verschwindet nie und entsteht nicht aus dem Nichts - sie wandelt sich nur um. Das ist das Grundprinzip, das alle chemischen Reaktionen steuert.
Die innere Energie U ist die gesamte Energie, die in deinem System steckt. Du kannst sie zwar nicht direkt messen, aber ihre Änderung ΔU schon. Diese berechnet sich aus: ΔU = Q + W, wobei Q die Wärme und W die Arbeit ist.
Bei exothermen Reaktionen (wie brennendes Eisen und Schwefel) wird Energie freigesetzt - ΔU ist negativ, weil das System Energie verliert. Bei endothermen Reaktionen (wie Brausepulver in Wasser) wird Energie aufgenommen - ΔU ist positiv.
Faustregel: Exotherm = System gibt ab (negativ), Endotherm = System nimmt auf (positiv)

Reaktionswärme und Arbeit
Reaktionswärme Qr ist die Wärme, die bei einer Reaktion frei wird oder verbraucht wird. Sie lässt sich mit der Formel Qr = c · m · ΔT berechnen, wobei c die spezifische Wärmekapazität, m die Masse und ΔT die Temperaturänderung ist.
Wichtig: Bei konstantem Volumen wird alle Reaktionsenergie in Wärme umgewandelt . Bei konstantem Druck ist das anders, weil ein Teil der Energie in Volumenarbeit umgewandelt wird.
Volumenarbeit W entsteht, wenn sich bei einer Reaktion das Gasvolumen ändert. Die Formel lautet: W = -p · ΔV. Entstehen Gase, leistet das System Arbeit an die Umgebung (W negativ). Werden Gase verbraucht, leistet die Umgebung Arbeit am System (W positiv).
Tipp: Konstantes Volumen = einfacher zu rechnen, da keine Volumenarbeit berücksichtigt werden muss

Reaktionsenthalpie
Die Reaktionsenthalpie ΔrH ist quasi die Reaktionswärme aus Sicht des Systems - sie ist das Negative der Reaktionswärme: ΔrH = -Qr. Bei exothermen Reaktionen ist sie negativ (System gibt Energie ab), bei endothermen positiv (System nimmt auf).
Die vollständige Formel lautet: ΔrH = ΔU + p · ΔV. Sie setzt sich zusammen aus der Änderung der inneren Energie und der Volumenarbeit.
Zur Berechnung nutzt du Bildungsenthalpien ΔfH° - das ist die Energie, die nötig ist, um 1 mol einer Verbindung aus den Elementen zu bilden. Bei Elementen ist sie definitionsgemäß null.
Hess'scher Satz: Der Reaktionsweg ist egal - nur Anfangs- und Endzustand zählen für ΔrH

Lösungsenthalpie und Entropie
Wenn sich Salze in Wasser lösen, passieren zwei Dinge: Die Gitterenthalpie (ΔGittH > 0) ist nötig, um die Ionen aus dem Kristall zu lösen. Die Hydratationsenthalpie (ΔHydrH < 0) wird frei, wenn sich Wassermoleküle um die Ionen lagern.
Die Lösungsenthalpie ist die Summe beider: ΔLH = ΔGittH + ΔHydrH. Je nachdem, welcher Effekt stärker ist, wird beim Lösen Wärme frei oder verbraucht.
Entropie S misst die Unordnung eines Systems. Spontane Reaktionen laufen von selbst ab und führen immer zu mehr Unordnung in der Gesamtbilanz .
2. Hauptsatz: Die Gesamtentropie kann nur zunehmen oder gleich bleiben - niemals abnehmen!

Entropieänderungen verstehen
Auch wenn eine Reaktion im System zu mehr Ordnung führt (wie beim Gefrieren), kann sie trotzdem spontan ablaufen. Der Trick: Du musst immer System UND Umgebung zusammen betrachten - die Gesamtentropie muss zunehmen.
Bei ΔS = 0 hast du eine reversible (umkehrbare) Reaktion, bei ΔS > 0 eine irreversible (nicht umkehrbare). In der Realität sind fast alle Prozesse irreversibel.
Wärmezufuhr erhöht die Entropie, und zwar stärker bei niedrigen Temperaturen als bei hohen. Beim Schmelzen berechnest du die Entropieänderung mit: ΔS = ΔfusH / Tfus.
Wichtig: Enthalpie UND Entropie sind die beiden Triebkräfte jeder chemischen Reaktion

Freie Reaktionsenthalpie
Die freie Reaktionsenthalpie ΔrG entscheidet, ob eine Reaktion bei gegebener Temperatur von selbst abläuft. Die Gibbs-Helmholtz-Gleichung lautet: ΔrG = ΔrH - T · ΔrS.
Exergonische Reaktionen (ΔrG < 0) laufen spontan ab - hier nimmt die Enthalpie ab und die Entropie zu. Endergonische Reaktionen (ΔrG > 0) laufen nicht von selbst ab.
Bei hohen Temperaturen dominiert der Entropie-Term (T · ΔrS), bei niedrigen Temperaturen der Enthalpie-Term (ΔrH). Deshalb können manche Reaktionen temperaturabhängig spontan werden oder aufhören.
Entscheidungsregel: ΔrG negativ = Reaktion läuft, ΔrG positiv = Reaktion läuft nicht spontan
Wir dachten schon, du fragst nie...
Was ist der Knowunity KI-Begleiter?
Unser KI-Begleiter ist ein speziell für Schüler entwickeltes KI-Tool, das mehr als nur Antworten bietet. Basierend auf Millionen von Knowunity-Inhalten liefert er relevante Informationen, personalisierte Lernpläne, Quizze und Inhalte direkt im Chat und passt sich deinem individuellen Lernweg an.
Wo kann ich die Knowunity-App herunterladen?
Du kannst die App im Google Play Store und im Apple App Store herunterladen.
Ist Knowunity wirklich kostenlos?
Genau! Genieße kostenlosen Zugang zu Lerninhalten, vernetze dich mit anderen Schülern und hol dir sofortige Hilfe – alles direkt auf deinem Handy.
Ähnlicher Inhalt
Beliebtester Inhalt: Enthalpieänderung (δh)
9Beliebtester Inhalt in Chemie
9Beliebtester Inhalt
9Findest du nicht, was du suchst? Entdecke andere Fächer.
Schüler lieben uns — und du auch.
Die App ist sehr einfach zu bedienen und gut gestaltet. Ich habe bisher alles gefunden, wonach ich gesucht habe, und konnte viel aus den Präsentationen lernen! Ich werde die App definitiv für ein Schulprojekt nutzen! Und natürlich hilft sie auch sehr als Inspiration.
Diese App ist wirklich super. Es gibt so viele Lernzettel und Hilfen [...]. Mein Problemfach ist zum Beispiel Französisch und die App hat so viele Möglichkeiten zur Hilfe. Dank dieser App habe ich mich in Französisch verbessert. Ich würde sie jedem empfehlen.
Wow, ich bin wirklich begeistert. Ich habe die App einfach mal ausprobiert, weil ich sie schon oft beworben gesehen habe und war absolut beeindruckt. Diese App ist DIE HILFE, die man für die Schule braucht und vor allem bietet sie so viele Dinge wie Übungen und Lernzettel, die mir persönlich SEHR geholfen haben.
Lernzettel zur Energetik in Chemie
Thermodynamik ist überall um dich herum - vom Lagerfeuer bis zum schmelzenden Eis in deinem Getränk. Diese Gesetze erklären, warum manche Reaktionen von selbst ablaufen und andere nicht, und helfen dir zu verstehen, wie Energie in chemischen Prozessen fließt.

System und Umgebung
Stell dir vor, du willst eine chemische Reaktion genauer untersuchen - dann musst du erst mal festlegen, was genau du betrachtest. Ein System ist einfach der Bereich, in dem deine Reaktion abläuft, getrennt von allem anderen drumherum (der Umgebung).
Es gibt drei verschiedene Systemtypen, die du kennen solltest. Offene Systeme tauschen sowohl Stoffe als auch Energie mit der Umgebung aus - wie ein Lagerfeuer, das Sauerstoff aufnimmt und Rauchgase sowie Wärme abgibt.
Geschlossene Systeme können nur Energie austauschen - stell dir einen verschlossenen Erlenmeyerkolben vor. Keine Stoffe kommen rein oder raus, aber Wärme kann durch das Glas fließen. Isolierte Systeme sind komplett abgeschottet - weder Stoffe noch Energie werden ausgetauscht.
Merkhilfe: Offen = alles raus und rein, Geschlossen = nur Energie, Isoliert = gar nichts

Energieerhaltung und innere Energie
Der Energieerhaltungssatz (1. Hauptsatz der Thermodynamik) besagt: Energie verschwindet nie und entsteht nicht aus dem Nichts - sie wandelt sich nur um. Das ist das Grundprinzip, das alle chemischen Reaktionen steuert.
Die innere Energie U ist die gesamte Energie, die in deinem System steckt. Du kannst sie zwar nicht direkt messen, aber ihre Änderung ΔU schon. Diese berechnet sich aus: ΔU = Q + W, wobei Q die Wärme und W die Arbeit ist.
Bei exothermen Reaktionen (wie brennendes Eisen und Schwefel) wird Energie freigesetzt - ΔU ist negativ, weil das System Energie verliert. Bei endothermen Reaktionen (wie Brausepulver in Wasser) wird Energie aufgenommen - ΔU ist positiv.
Faustregel: Exotherm = System gibt ab (negativ), Endotherm = System nimmt auf (positiv)

Reaktionswärme und Arbeit
Reaktionswärme Qr ist die Wärme, die bei einer Reaktion frei wird oder verbraucht wird. Sie lässt sich mit der Formel Qr = c · m · ΔT berechnen, wobei c die spezifische Wärmekapazität, m die Masse und ΔT die Temperaturänderung ist.
Wichtig: Bei konstantem Volumen wird alle Reaktionsenergie in Wärme umgewandelt . Bei konstantem Druck ist das anders, weil ein Teil der Energie in Volumenarbeit umgewandelt wird.
Volumenarbeit W entsteht, wenn sich bei einer Reaktion das Gasvolumen ändert. Die Formel lautet: W = -p · ΔV. Entstehen Gase, leistet das System Arbeit an die Umgebung (W negativ). Werden Gase verbraucht, leistet die Umgebung Arbeit am System (W positiv).
Tipp: Konstantes Volumen = einfacher zu rechnen, da keine Volumenarbeit berücksichtigt werden muss

Reaktionsenthalpie
Die Reaktionsenthalpie ΔrH ist quasi die Reaktionswärme aus Sicht des Systems - sie ist das Negative der Reaktionswärme: ΔrH = -Qr. Bei exothermen Reaktionen ist sie negativ (System gibt Energie ab), bei endothermen positiv (System nimmt auf).
Die vollständige Formel lautet: ΔrH = ΔU + p · ΔV. Sie setzt sich zusammen aus der Änderung der inneren Energie und der Volumenarbeit.
Zur Berechnung nutzt du Bildungsenthalpien ΔfH° - das ist die Energie, die nötig ist, um 1 mol einer Verbindung aus den Elementen zu bilden. Bei Elementen ist sie definitionsgemäß null.
Hess'scher Satz: Der Reaktionsweg ist egal - nur Anfangs- und Endzustand zählen für ΔrH

Lösungsenthalpie und Entropie
Wenn sich Salze in Wasser lösen, passieren zwei Dinge: Die Gitterenthalpie (ΔGittH > 0) ist nötig, um die Ionen aus dem Kristall zu lösen. Die Hydratationsenthalpie (ΔHydrH < 0) wird frei, wenn sich Wassermoleküle um die Ionen lagern.
Die Lösungsenthalpie ist die Summe beider: ΔLH = ΔGittH + ΔHydrH. Je nachdem, welcher Effekt stärker ist, wird beim Lösen Wärme frei oder verbraucht.
Entropie S misst die Unordnung eines Systems. Spontane Reaktionen laufen von selbst ab und führen immer zu mehr Unordnung in der Gesamtbilanz .
2. Hauptsatz: Die Gesamtentropie kann nur zunehmen oder gleich bleiben - niemals abnehmen!

Entropieänderungen verstehen
Auch wenn eine Reaktion im System zu mehr Ordnung führt (wie beim Gefrieren), kann sie trotzdem spontan ablaufen. Der Trick: Du musst immer System UND Umgebung zusammen betrachten - die Gesamtentropie muss zunehmen.
Bei ΔS = 0 hast du eine reversible (umkehrbare) Reaktion, bei ΔS > 0 eine irreversible (nicht umkehrbare). In der Realität sind fast alle Prozesse irreversibel.
Wärmezufuhr erhöht die Entropie, und zwar stärker bei niedrigen Temperaturen als bei hohen. Beim Schmelzen berechnest du die Entropieänderung mit: ΔS = ΔfusH / Tfus.
Wichtig: Enthalpie UND Entropie sind die beiden Triebkräfte jeder chemischen Reaktion

Freie Reaktionsenthalpie
Die freie Reaktionsenthalpie ΔrG entscheidet, ob eine Reaktion bei gegebener Temperatur von selbst abläuft. Die Gibbs-Helmholtz-Gleichung lautet: ΔrG = ΔrH - T · ΔrS.
Exergonische Reaktionen (ΔrG < 0) laufen spontan ab - hier nimmt die Enthalpie ab und die Entropie zu. Endergonische Reaktionen (ΔrG > 0) laufen nicht von selbst ab.
Bei hohen Temperaturen dominiert der Entropie-Term (T · ΔrS), bei niedrigen Temperaturen der Enthalpie-Term (ΔrH). Deshalb können manche Reaktionen temperaturabhängig spontan werden oder aufhören.
Entscheidungsregel: ΔrG negativ = Reaktion läuft, ΔrG positiv = Reaktion läuft nicht spontan
Wir dachten schon, du fragst nie...
Was ist der Knowunity KI-Begleiter?
Unser KI-Begleiter ist ein speziell für Schüler entwickeltes KI-Tool, das mehr als nur Antworten bietet. Basierend auf Millionen von Knowunity-Inhalten liefert er relevante Informationen, personalisierte Lernpläne, Quizze und Inhalte direkt im Chat und passt sich deinem individuellen Lernweg an.
Wo kann ich die Knowunity-App herunterladen?
Du kannst die App im Google Play Store und im Apple App Store herunterladen.
Ist Knowunity wirklich kostenlos?
Genau! Genieße kostenlosen Zugang zu Lerninhalten, vernetze dich mit anderen Schülern und hol dir sofortige Hilfe – alles direkt auf deinem Handy.
Ähnlicher Inhalt
Beliebtester Inhalt: Enthalpieänderung (δh)
9Beliebtester Inhalt in Chemie
9Beliebtester Inhalt
9Findest du nicht, was du suchst? Entdecke andere Fächer.
Schüler lieben uns — und du auch.
Die App ist sehr einfach zu bedienen und gut gestaltet. Ich habe bisher alles gefunden, wonach ich gesucht habe, und konnte viel aus den Präsentationen lernen! Ich werde die App definitiv für ein Schulprojekt nutzen! Und natürlich hilft sie auch sehr als Inspiration.
Diese App ist wirklich super. Es gibt so viele Lernzettel und Hilfen [...]. Mein Problemfach ist zum Beispiel Französisch und die App hat so viele Möglichkeiten zur Hilfe. Dank dieser App habe ich mich in Französisch verbessert. Ich würde sie jedem empfehlen.
Wow, ich bin wirklich begeistert. Ich habe die App einfach mal ausprobiert, weil ich sie schon oft beworben gesehen habe und war absolut beeindruckt. Diese App ist DIE HILFE, die man für die Schule braucht und vor allem bietet sie so viele Dinge wie Übungen und Lernzettel, die mir persönlich SEHR geholfen haben.