Taktizität und Arten der Polymerisation
Die Taktizität beschreibt die räumliche Anordnung der Seitengruppen entlang der Polymerkette und hat einen großen Einfluss auf die Eigenschaften des resultierenden Kunststoffs.
Definition: Taktizität ist die stereochemische Regelmäßigkeit in der Anordnung von Seitengruppen in Polymerketten.
Es gibt drei Hauptformen der Taktizität:
- Ataktisch: zufällige Anordnung, amorph, transparent, Glasübergangstemperatur (Tg) 100°C
- Syndiotaktisch: alternierende Anordnung, teilkristallin, Schmelztemperatur (Tm) 240°C
- Isotaktisch: gleichseitige Anordnung, kristallin, Tm 270°C, beständig, mechanisch belastbar
Highlight: Isotaktische Polymere wie isotaktisches Polystyrol weisen aufgrund ihrer regelmäßigen Struktur oft bessere mechanische Eigenschaften auf.
Neben der radikalischen Polymerisation gibt es auch kationische und anionische Mechanismen:
- Kationische Polymerisation: verwendet starke Säuren als Katalysatoren
- Anionische Polymerisation: nutzt starke Basen zur Initiierung
Example: Die kationische Polymerisation eignet sich besonders für Monomere mit elektronenreichen Doppelbindungen wie Isobuten.
Jeder Mechanismus hat seine spezifischen Vor- und Nachteile und eignet sich für unterschiedliche Monomere und gewünschte Produkteigenschaften.



