Die Stadt Güllen und ihre Bewohner in "Der Besuch der alten Dame"
In Friedrich Dürrenmatts Werk "Der Besuch der alten Dame" spielt die Stadt Güllen eine zentrale Rolle als Schauplatz des dramatischen Geschehens. Die einst blühende Kulturstadt, in der sogar Goethe übernachtete und Expresszüge hielten, ist zu Beginn der Handlung zu einem verwahrlosten und ruinierten Ort verkommen.
Definition: Güllen symbolisiert den moralischen und wirtschaftlichen Verfall einer Gesellschaft, die ihre Werte für materiellen Wohlstand opfert.
Die Bewohner Güllens befinden sich in einer desperaten Lage. Sie sind durchweg arbeitslos, bankrott und schäbig gekleidet - vom Bürgermeister bis zum Pfarrer. Niemand zahlt mehr Steuern, und selbst das "Platz-an-der-Sonne-Hotel" steht vor dem Konkurs. Die Menschen leben von der Suppenanstalt und Arbeitslosenunterstützung.
Bemerkenswert ist die dramaturgische Gestaltung der Figuren: Außer Claire Zachanassian und Alfred Ill werden die Bewohner meist nur durch ihre Berufsbezeichnungen oder Nummern charakterisiert. Dies unterstreicht den kollektiven Charakter der Güllener Gesellschaft.











