Sturm und Drang - Die rebellische Epoche
Stell dir vor, du lebst in einer Zeit, wo dir ständig gesagt wird, dass nur rationales Denken wichtig ist - genau das nervte die Sturm und Drang-Dichter zwischen 1767 und 1790! Diese literarische Bewegung entstand während der industriellen Revolution in England und überschnitt sich mit der Aufklärung.
Das Welt- und Menschenbild war komplett anders als zuvor: Emotio über ratio war das Motto. Die Dichter glaubten, dass sich Menschen nur über ihre Gefühle selbst verwirklichen können. Rationale Weltanschauungen? Nein danke! Stattdessen stand die freie Entfaltung des Individuums im Mittelpunkt.
Religion war für sie Pantheismus - Gott existierte nicht als Person, sondern zeigte sich in der Natur. Das Wunder der Natur, leidenschaftliche Liebe und die Grundauffassung des Genies prägten ihr Denken. Ein Genie folgte seinen Instinkten, nicht gesellschaftlichen Regeln.
Merktipp: Sturm und Drang = Gefühle vor Verstand! Die Dichter wollten authentisch sein und ihre wahren Emotionen zeigen, auch wenn das gegen gesellschaftliche Normen verstieß.
Die wichtigsten Themen und Motive waren der Geniegedanke, die Verehrung der Natur und intensive Liebe und Freundschaft. Freiheit, Patriotismus und Selbstverwirklichung spielten ebenso große Rollen wie scharfe Gesellschaftskritik. Die Literatur war gefühlvoll und expressiv - voller Ausrufe und Kraftausdrücke, die direkt ins Herz trafen. Goethe, Klinger und Herder gehörten zu den bedeutendsten Vertretern dieser bewegenden Epoche.