Die Gretchentragödie beginnt
Auf der Straße trifft Faust Margarete, die gerade aus der Kirche kommt - symbolischer geht's nicht! Er ist sofort hin und weg und droht Mephisto, den Pakt zu kündigen, wenn er ihm nicht hilft.
Mephisto kann Gretchen nicht verzaubern (Gefühle sind tabu), aber er ist kreativ: Ein Schmuckkästchen in Gretchens Zimmer macht sie neugierig. Als das nicht reicht, bringt er die Nachbarin Marthe ins Spiel, die als Kupplerin fungiert.
Das Treffen in Marthens Garten ist der Wendepunkt: Faust und Gretchen kommen sich näher und küssen sich. Beide sind total verliebt, aber Faust beginnt zu ahnen, dass seine Abhängigkeit von Mephisto gefährlich werden könnte.
Bei der nächsten Begegnung stellt Gretchen die berühmte "Gretchenfrage" - wie Faust zur Religion steht. Er weicht aus, was ihre Unterschiedlichkeit deutlich macht: Sie ist fromm und gottgläubig, er wissenschaftlich und skeptisch.
Begriffswissen: Die "Gretchenfrage" steht heute für jede direkte, unangenehme Frage, die man gerne umgeht.