Gedichtanalyse: Aufbau und Form
Du kennst das bestimmt: Ein perfektes Selfie heute, und in 20 Jahren denkst du "Oh Gott, wie sah ich denn aus?" Genau dieses Gefühl beschreibt Hofmannswaldau in seinem Sonett aus dem Jahr 1695.
Das Gedicht folgt der typischen Sonett-Form des Barocks: 14 Verse in vier Strophen (zwei Quartette, zwei Terzette). Die ersten beiden Strophen haben umarmende Reime, die letzten beiden Paarreime. Besonders raffiniert: Die ersten beiden Strophen reimen sogar untereinander!
Das Metrum wechselt zwischen männlichen und weiblichen Kadenzen bei durchgehend sechshebigem Jambus. Diese strenge Form war typisch für die Barockzeit und unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Themas.
Merktipp: Sonette haben immer 14 Verse und behandeln meist ein zentrales Thema in verschiedenen Aspekten.



