Gedichte des Symbolismus und Expressionismus
Stefan Georges Gedicht "Komm in den totgesagten Park und schau" (1895) steht für die Neuromantik oder den Symbolismus. In diesem Spätsommer-/Herbstgedicht lädt das lyrische Ich zum Betrachten eines Parks ein, der trotz seiner "Totgesagtheit" noch voller Farben und Schönheit ist. Es verwendet einen fünfhebigen Jambus und ästhetisiert den Verfall.
Alfred Lichtensteins "Die Dämmerung" (1913) markiert den Übergang zum Expressionismus. Mit Versen wie "Ein dicker Junge spielt mit einem Teich" und "Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an" schafft er surreale, verstörende Bilder einer verfallenden Welt.
Gottfried Benns "Kleine Aster" (1912) beschreibt nüchtern eine Obduktion: "Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt." Die kleine Blume zwischen den Zähnen des Toten wird vom Obduzenten in die Brusthöhle gelegt. Dieses Gedicht zeigt den typischen expressionistischen Stil mit seiner sachlichen Augenzeugenperspektive.
In "Schöne Jugend" (1912) beschreibt Benn eine Wasserleiche mit einem "angeknabberten Mund" und Ratten, die in der Leiche leben. Der Mensch wird hier zum bloßen Objekt reduziert, während die Tiere im Fokus stehen: "Und schön und schnell kam auch ihr Tod: / Man warf sie allesamt ins Wasser."
💡 Merke: Der Expressionismus bricht bewusst mit ästhetischen Traditionen und schockiert durch die sachliche Darstellung des Grausamen und Hässlichen.




























