Andreas Gryphius' Gedicht "Menschliches Elend" aus dem Barock zeigt dir,... Mehr anzeigen
Analyse des Gedichts 'Menschliches Elend'




Das Gedicht und seine Grundthemen
Du kennst bestimmt das Gefühl, wenn alles sinnlos erscheint - genau das beschreibt Gryphius in seinem Sonett. Er stellt gleich zu Beginn die rhetorische Frage "Was sind wir Menschen doch!" und beantwortet sie mit einer Kette düsterer Metaphern.
Die Menschen werden als "Wohnhaus grimmer Schmerzen" und "Ball des falschen Glücks" dargestellt. Diese Bildsprache zeigt, dass Gryphius das Leben als reine Qual empfindet. Besonders die Metapher vom "verschmelzten Schnee" macht die Vergänglichkeit des Lebens deutlich.
Das Gedicht ist im Alexandriner geschrieben - das erkennst du am sechshebigen Jambus mit der Zäsur nach der dritten Hebung. Diese strenge Form passt perfekt zur ernsten Botschaft.
Merke dir: Die erste Strophe konzentriert sich auf das Leid im Leben, die zweite auf die Sterblichkeit des Menschen.

Aufbau und Stilmittel der ersten beiden Strophen
In der ersten Strophe häuft Gryphius Metaphern an, die alle das Gleiche ausdrücken: Das Leben ist schmerzhaft und vergänglich. Die Anapher "Ein..." verstärkt diesen Eindruck und macht das Gedicht eindringlich.
Die zweite Strophe wird noch düsterer - hier geht's um den Tod. Das Leben "fleucht davon" wie belangloses Gerede, eine Personifikation, die zeigt, wie wenig das Leben wert ist. Das "Totenbuch der großen Sterblichkeit" ist eine eindringliche Metapher für den sicheren Tod.
Besonders clever ist das Enjambement zwischen den Versen - die Sätze fließen über die Zeilengrenzen hinweg und schaffen so einen fließenden, aber unaufhaltsamen Rhythmus wie das Leben selbst.
Das memento mori (lateinisch für "bedenke, dass du sterblich bist") durchzieht das ganze Gedicht. Dieser christliche Gedanke war im Barock allgegenwärtig.
Tipp: Achte darauf, wie Gryphius systematisch von den Leiden des Lebens zum Tod übergeht - das ist typisch für Barockgedichte!

Die Terzette und der vanitas-Gedanke
In den beiden Terzetten wird die Botschaft noch radikaler. Gryphius vergleicht das Leben mit einem "eitlen Traum" und einem unaufhaltsamen Strom. Diese Vergleiche machen deutlich: Alles ist vergänglich, selbst Ruhm und Ehre verschwinden.
Die letzte Strophe beginnt mit einer dreifachen Anapher "Was..." - das ist wie ein Paukenschlag. Der Chiasmus "Was nach uns kommen wird, wird uns ins Grab nachziehn" zeigt den ewigen Kreislauf von Leben und Tod.
Der Schlussvers "Wir vergehn wie Rauch von starken Winden" ist der Höhepunkt der vanitas-Thematik. Rauch ist das perfekte Bild für etwas, das schnell verschwindet und keine Spuren hinterlässt.
Diese negative Weltsicht erklärt sich durch die Zeit: Der Dreißigjährige Krieg hatte Deutschland verwüstet, die Lebenserwartung lag bei etwa 40 Jahren. Kein Wunder, dass Gryphius das Leben so düster sah!
Für die Klausur wichtig: Das Gedicht zeigt alle typischen Barock-Merkmale: vanitas-Motiv, memento mori, Alexandriner und eine durchweg pessimistische Weltsicht.
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Andreas Gryphius' Gedicht "Menschliches Elend" aus dem Barock zeigt dir, wie die Menschen damals das Leben sahen - geprägt von Krieg, Schmerz und der ständigen Angst vor dem Tod. Das Sonett ist ein perfektes Beispiel für die vanitas-Thematik, die... Mehr anzeigen

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Die zweite Strophe wird noch düsterer - hier geht's um den Tod. Das Leben "fleucht davon" wie belangloses Gerede, eine Personifikation, die zeigt, wie wenig das Leben wert ist. Das "Totenbuch der großen Sterblichkeit" ist eine eindringliche Metapher für den sicheren Tod.
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Das memento mori (lateinisch für "bedenke, dass du sterblich bist") durchzieht das ganze Gedicht. Dieser christliche Gedanke war im Barock allgegenwärtig.
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Die Terzette und der vanitas-Gedanke
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