Fabeln und Epochenübergang: Von der Aufklärung zur Romantik
Fabeln sind kurze Lehrgeschichten, die abstrakte moralische Sätze in konkrete, anschauliche Handlungen verwandeln. Lessing erklärt es so: Man nimmt eine allgemeine Moral und macht daraus eine Geschichte, in der man diese Lehre direkt erkennen kann.
Tiere als Hauptfiguren haben zwei wichtige Funktionen: Erstens kennt jeder die typischen Eigenschaften (der schlaue Fuchs, der stolze Löwe). Zweitens bleiben wir emotional neutral - wir identifizieren uns nicht so stark mit Tieren wie mit Menschen, wodurch die Moral klarer rüberkommt.
Die Aufklärung setzte auf Vernunft, Bildung und bürgerliche Werte. Menschen sollten selbstständig denken statt blind zu gehorchen. Typische Textformen waren eben Fabeln und Lehrgedichte, die Moral und Wissen vermittelten.
Merkhilfe: Fabel-Interpretation folgt immer dem Schema: Deutungshypothese → Inhaltsangabe → Analyse (Aufbau, Figuren, Sprache) → Moral bewerten
Als Reaktion auf die reine Vernunft entstand die Romantik . Statt Rationalität standen jetzt Gefühle, Träume und das Geheimnisvolle im Mittelpunkt. Die Romantiker suchten Zuflucht vor den gesellschaftlichen Problemen ihrer Zeit.



