Romantische Motive und deren Brechung
Das Gedicht greift klassische romantische Motive auf: das Wandern als Flucht aus dem Alltag, die Verehrung der Natur und die Sehnsucht nach dem Unendlichen. Doch Kaléko bricht diese Motive.
Unterschied zur Romantik: In der Romantik war Wandern freiwillige Flucht vor der Langeweile. Bei Kaléko ist es erzwungenes Exil - sie musste als jüdische Frau vor den Nationalsozialisten fliehen.
Die Natur bleibt zwar positiv besetzt (von Gott geschaffen, beständig), aber sie wird nicht romantisch verklärt. Sie ist eher der einzige verlässliche Zufluchtsort in einer unsicheren Welt.
Das Ziel des Wanderns ist anders: Romantiker suchten das Abenteuer, Kaléko sucht Sicherheit und eine neue Heimat, die sie aber nie findet.
Die Schülerin erkennt richtig: Das Gedicht gehört zur Exilliteratur und verarbeitet die traumatische Erfahrung der Heimatlosigkeit durch historische Ereignisse.