Poetischer Realismus (1848-1890)
Stell dir vor, du würdest einen Instagram-Post über dein Leben machen, aber statt Filter zu verwenden, zeigst du die Realität - nur eben schön verpackt. Genau das machten die Autoren des Poetischen Realismus.
Der Begriff kommt vom lateinischen "res" Ding/Sache und bedeutet, dass die Wirklichkeit realistisch und objektiv dargestellt werden soll. Die Schriftsteller wollten das Bürgertum und dessen gesellschaftliche Verhältnisse in den Mittelpunkt rücken, ohne dabei als moralischer Zeigefinger aufzutreten.
Ein wichtiges Merkmal war die klare und schlichte Sprache - jeder sollte die Literatur verstehen können, nicht nur Gebildete. Trotzdem blieb sie poetisch und kunstvoll. Die Autoren schrieben oft über tatsächliche Ereignisse aus ihrer Region oder der Geschichte.
Wichtig: Obwohl "realistisch" draufsteht, haben die Autoren die Realität trotzdem "verschönert" - sie wollten die Schönheit aus alltäglichen Dingen herausarbeiten.
Der historische Hintergrund war geprägt von der Märzrevolution, der Industrialisierung und der Gründung des Deutschen Kaiserreichs unter Bismarck. Diese Umbrüche führten zu großen sozialen Unterschieden und stellten traditionelle Werte infrage.
Bekannte Vertreter sind Theodor Fontane ("Effi Briest"), Theodor Storm und Gustav Freytag.