Hier geht's um zwei krasse Barock-Gedichte, die beide über Leben... Mehr anzeigen
Vergleich der Gedichte 'Ach Liebste lass uns eilen' und 'Abend'





Martin Opitz: "Ach Liebste lass uns eilen" - Genieß das Leben!
Das lyrische Ich in Opitz' Gedicht hat richtig Panik vor dem Älterwerden! Es sieht überall Zeichen der Vergänglichkeit: Schnee als Symbol für den Winter des Lebens, die "Frucht der Jugend" die schnell verdirbt, und die Jahre die davonfliegen.
Deshalb wendet es sich direkt an seine Liebste ("Ach Liebste", "Und du wirst alt") und fleht sie an: Lass uns die Zeit nutzen, solange wir noch jung und schön sind! Das ist pure Carpe diem-Mentalität - nutze den Tag, bevor es zu spät ist.
Das Gedicht zeigt alle typischen Barock-Motive: Vanitas (alles ist vergänglich), Memento Mori (denk daran, dass du sterben musst) und das Motiv des Unterwegsseins. Die perfekte Form mit regelmäßigem Versmaß und Reimschema ist ebenfalls typisch barock.
Merktipp: Das lyrische Ich will die Lebensreise am liebsten verlangsamen, weil das junge Leben so schön ist!

Andreas Gryphius: "Abend" - Erlösung vom Leben
Gryphius' Sonett zeigt eine komplett andere Haltung zum Leben! Das lyrische Ich ist total genervt vom "ermüdenden Leben" und beschreibt es als "Tal der Finsternis". Statt das Leben zu genießen, will es am liebsten sofort zu Gott.
Das Sonett folgt der klassischen Form: zwei Quartette, zwei Terzette, sechshebige Alexandriner. Die umarmenden Reime (abba abba) und Schweifreime (ccd eed) schaffen eine düstere, ruhige Atmosphäre.
In der letzten Strophe wird's richtig krass: Das lyrische Ich bittet Gott, seinen Körper "in den Schlaf" (also Tod) zu versetzen und seine Seele bei ihm erwachen zu lassen. Es sieht das wahre Leben erst nach dem Tod!
Wichtig: Hier herrscht pure Antithetik - Diesseits (schlecht) vs. Jenseits (gut)!

Der krasse Gegensatz - Zwei völlig verschiedene Welten
Jetzt wird's interessant: Beide lyrischen Ichs wollen eigentlich nicht auf der Lebensreise sein, aber aus total verschiedenen Gründen! Opitz' lyrisches Ich liebt das junge Leben mit all der Liebe und Leidenschaft - es hasst nur das Älterwerden und die Verluste.
Gryphius' lyrisches Ich dagegen findet das ganze irdische Leben mühsam und sinnlos. Es denkt ständig an Gott und das Leben nach dem Tod, während Opitz' lyrisches Ich überhaupt nicht ans Jenseits denkt.
Opitz: Leben = Liebe und Jugend (toll!) vs. Alter und Tod (schrecklich!) Gryphius: Irdisches Leben = mühsam und sinnlos vs. Leben bei Gott = das Wahre!
Barock pur: Beide Gedichte zeigen die typische barock'sche Beschäftigung mit Vergänglichkeit - nur mit völlig verschiedenen Lösungsansätzen!

Fazit: Zwei Wege, mit der Sterblichkeit umzugehen
Die Unausweichlichkeit des Todes erkennen beide lyrischen Ichs - aber ihre Reaktionen könnten unterschiedlicher nicht sein! Das macht diese Gedichte so genial für das Verständnis der Barock-Zeit.
Opitz zeigt die hedonistische Seite des Barocks: Wenn schon alles vergänglich ist, dann lass uns wenigstens die schöne Zeit richtig auskosten! Seine Carpe diem-Haltung will die Lebensreise verlangsamen.
Gryphius zeigt die religiöse, pessimistische Seite: Das irdische Leben ist eh nur Durchgangsstation, also lass uns schnell zu Gott! Seine Haltung will die Lebensreise verkürzen.
Beide Gedichte haben die typisch barocke Form mit regelmäßigem Aufbau und zeigen alle wichtigen Barock-Topoi. Sie beweisen: Es gab nicht nur eine Art, im Barock über Leben und Tod zu denken!
Prüfungstipp: Diese Gegensätze zeigen perfekt die Bandbreite barocker Lyrik - vom lebensbejahenden Carpe diem bis zur todessehnsuchtigen Religiosität!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Das lyrische Ich in Opitz' Gedicht hat richtig Panik vor dem Älterwerden! Es sieht überall Zeichen der Vergänglichkeit: Schnee als Symbol für den Winter des Lebens, die "Frucht der Jugend" die schnell verdirbt, und die Jahre die davonfliegen.
Deshalb wendet es sich direkt an seine Liebste ("Ach Liebste", "Und du wirst alt") und fleht sie an: Lass uns die Zeit nutzen, solange wir noch jung und schön sind! Das ist pure Carpe diem-Mentalität - nutze den Tag, bevor es zu spät ist.
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Opitz zeigt die hedonistische Seite des Barocks: Wenn schon alles vergänglich ist, dann lass uns wenigstens die schöne Zeit richtig auskosten! Seine Carpe diem-Haltung will die Lebensreise verlangsamen.
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