Hintergrund und erste Strophe
Goethe schreibt 1797 wieder an seinem Faust weiter - nach einer längeren Pause. Die "Zueignung" ist wie ein autobiografisches Tagebuch, in dem er seine Gefühle zu diesem Neuanfang beschreibt.
Das Gedicht ist eine Elegie (ein melancholisches Klagegedicht) und formal eine Stanze mit 8 Versen. Goethe verwendet viele abstrakte, mystische Begriffe, die an Fausts Geisterwelt erinnern.
In der ersten Strophe beschreibt er, wie seine "schwankenden Gestalten" - also die Faust-Figuren - wieder zu ihm zurückkehren. Er fragt sich: Soll ich wirklich weiterschreiben? Der "Zauberhauch" seines eigenen Schaffens wirkt auf ihn wie Magie, fast so, als würde er selbst Geister beschwören wie Faust.
Wichtig zu wissen: Goethe sieht sich selbst als vom eigenen Werk "besessen" - seine Figuren drängen ihn zur Vollendung.



