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Was ist Migration? Ursachen und Faktoren
Migration bedeutet die Wanderung von Menschen mit einem Wechsel des Wohnsitzes. Dieses Phänomen begleitet die Menschheit seit jeher – von den Jägern und Sammlern über die Völkerwanderung bis hin zu Kriegsflüchtlingen und Arbeitsmigranten unserer Zeit.
Die Gründe für Migration lassen sich in Push- und Pull-Faktoren unterteilen. Push-Faktoren stoßen Menschen aus ihrer Heimat ab, während Pull-Faktoren sie zu einem anderen Ort hinziehen. Zu den wichtigsten Push-Faktoren zählen hoher Bevölkerungszuwachs, Mangel an Arbeitsalternativen, politische Verfolgung, Krieg, Natur- und Umweltkatastrophen sowie Hunger und Armut.
Als Pull-Faktoren wirken hingegen die Konzentration von Industrie und Gewerbe, eine gute Infrastruktur mit Flughäfen und Seehäfen, Zugang zu Trinkwasser, medizinischer Versorgung und allgemein bessere Möglichkeiten zur Existenzsicherung.
Gut zu wissen: Migration ist kein neues Phänomen, sondern hat die Menschheitsgeschichte schon immer geprägt. Die Wanderungsbewegungen haben sich allerdings durch Globalisierung und moderne Verkehrsmittel deutlich beschleunigt.

Auswirkungen auf Herkunftsländer
Ein großes Problem für viele Herkunftsländer ist der sogenannte Brain Drain – der Verlust gut ausgebildeter, qualifizierter Bevölkerung durch Abwanderung. Dies wirkt sich negativ auf das Wirtschaftswachstum aus und erschwert die Armutsbekämpfung, besonders in Entwicklungsländern.
Ein deutliches Beispiel hierfür zeigt sich im Gesundheitswesen. Die gezielte Anwerbung von medizinischem Personal durch Industriestaaten führt in vielen Entwicklungsländern zu einem eklatanten Mangel an Ärzten und qualifiziertem Pflegepersonal.
Es gibt allerdings auch positive Effekte: Sogenannte Remissen (Rücküberweisungen) von Migranten in ihre Heimatländer stellen eine wichtige Kapitalquelle dar. Diese Geldflüsse kommen direkt bei Familien an, kurbeln den Konsum an und ermöglichen Investitionen in Kleinunternehmen. In manchen kleineren Entwicklungsländern machen diese Rücküberweisungen einen beträchtlichen Teil des Bruttoinlandsprodukts aus.
Merke: Die Frage, ob Migration letztlich mehr Nutzen oder mehr Kosten für die Herkunftsländer mit sich bringt, kann nicht eindeutig beantwortet werden – es handelt sich um ein komplexes Gleichgewicht zwischen Verlusten und Gewinnen.

Einflussfaktoren auf Migrationsströme
Bei Migrationsbewegungen spielen die persönlichen Eigenschaften der Migranten eine wichtige Rolle. Typischerweise wandern vor allem jüngere, qualifizierte Erwachsene aus, die besonders flexibel und risikobereit sind. Diese Eigenschaften sind notwendig, um sich in einer fremden Umgebung mit neuer Sprache zurechtzufinden und neue Kontakte aufzubauen.
Migration findet fast immer "in den Fußstapfen" anderer statt. Bestehende Netzwerke zu Freunden und Verwandten in Zielregionen geben Sicherheit und erleichtern die Integration. Auch unterstützende Institutionen für Migranten, aber leider auch kriminelle Schleuserbanden beeinflussen die Migrationswege.
Historische, ökonomische und politische Beziehungen zwischen Staaten lenken die Migrationsströme in bestimmte Richtungen. Besonders deutlich wird dies bei den Verbindungen zwischen europäischen Staaten und ihren ehemaligen Kolonien. Diese Verflechtungen wirken sich bis heute auf Migrationsbewegungen und gesellschaftliche Strukturen aus.
Wichtig zu verstehen: Migration ist selten ein individueller, spontaner Entschluss, sondern wird stark von sozialen Netzwerken, historischen Verbindungen und etablierten Migrationsrouten beeinflusst.

Der Schengenraum
Der Schengenraum bezeichnet die Gemeinschaft von Staaten, zwischen denen im Regelfall keine Personengrenzkontrollen mehr stattfinden. Der Name geht auf den luxemburgischen Ort Schengen zurück, wo 1985 das Schengener Übereinkommen unterzeichnet wurde – der erste Schritt zum Wegfall der Binnengrenzkontrollen in Europa.
Während Personenkontrollen entfallen sind, bleiben Zollkontrollen weiterhin möglich, besonders zwischen EU- und Nicht-EU-Ländern. Der Schengenraum umfasst mittlerweile die meisten EU-Staaten sowie einige Nicht-EU-Länder wie die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein.
Nicht alle EU-Mitgliedstaaten gehören zum Schengenraum. Länder wie Irland, Bulgarien, Rumänien und Zypern sind aus verschiedenen Gründen (noch) nicht Teil des Abkommens. Das Vereinigte Königreich gehörte auch vor seinem EU-Austritt nie zum Schengenraum.
Gut zu wissen: Die Reisefreiheit im Schengenraum ist eines der sichtbarsten Zeichen europäischer Integration. Du kannst von Deutschland nach Frankreich, Italien oder Polen reisen, ohne an einer Grenze deinen Ausweis zeigen zu müssen!

Migration in Zahlen
Die Hauptherkunftsländer von Asylantragstellern in der EU spiegeln weltweite Konflikte wider. Im Jahr 2018 kamen die meisten Antragsteller aus Syrien (85.575), gefolgt von Afghanistan (47.250) und dem Irak (45.565). Weitere wichtige Herkunftsländer waren Pakistan, Nigeria, Iran und die Türkei.
Die Verteilung von Geflüchteten innerhalb der EU ist sehr ungleichmäßig. Gemessen pro 1.000 Einwohner (Stand Dezember 2020) tragen einige Länder eine deutlich höhere Verantwortung als andere. Schweden (29,5), Malta (26,2) und Österreich (18,2) gehören zu den Ländern mit den höchsten Aufnahmeraten pro Kopf.
Andere Staaten wie die Slowakei (0,2), Portugal (0,2) oder Polen (0,6) verzeichnen dagegen sehr niedrige Zahlen von Geflüchteten im Verhältnis zur Bevölkerung. Diese ungleiche Verteilung ist einer der Gründe für anhaltende Diskussionen über eine EU-weite Migrationspolitik und Verteilungsmechanismen.
Beachte: Die Statistiken zeigen deutlich, dass Migration nicht alle EU-Länder gleichermaßen betrifft. Während einige Staaten viele Geflüchtete aufgenommen haben, tragen andere vergleichsweise wenig zur gemeinsamen Verantwortung bei.
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Migration in der EU ist ein vielschichtiges Phänomen, das Menschen aus verschiedenen Gründen in Bewegung setzt. Dabei handelt es sich um Wanderungen von Menschen, die mit einem dauerhaften Wechsel des Wohnsitzes verbunden sind. Diese Bewegungen werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst... Mehr anzeigen

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Migration bedeutet die Wanderung von Menschen mit einem Wechsel des Wohnsitzes. Dieses Phänomen begleitet die Menschheit seit jeher – von den Jägern und Sammlern über die Völkerwanderung bis hin zu Kriegsflüchtlingen und Arbeitsmigranten unserer Zeit.
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Andere Staaten wie die Slowakei (0,2), Portugal (0,2) oder Polen (0,6) verzeichnen dagegen sehr niedrige Zahlen von Geflüchteten im Verhältnis zur Bevölkerung. Diese ungleiche Verteilung ist einer der Gründe für anhaltende Diskussionen über eine EU-weite Migrationspolitik und Verteilungsmechanismen.
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