Blockbildung und Blockkonfrontation
Nach dem Zusammenbruch der Anti-Hitler-Koalition wurden die grundlegend unterschiedlichen Interessen der Siegermächte deutlich sichtbar. Während die USA ein liberales Friedensmodell anstrebten, verfolgte die Sowjetunion ihre eigenen geopolitischen Ziele. Die Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam zeigten bereits die wachsenden Spannungen zwischen den ehemaligen Verbündeten.
Die Sowjetisierung Osteuropas zwischen 1945-1948 wurde von den USA als unbegrenzter Expansionswille gedeutet. Als Reaktion entwickelte die USA ihre Containment-Politik (Eindämmungspolitik), formuliert im "Langen Telegramm" von George F. Kennan. Diese Politik manifestierte sich in der Truman-Doktrin (1947) und dem Marshall-Plan, der wirtschaftliche Hilfe für den Wiederaufbau Europas anbot – ein Angebot, das die Sowjetunion ablehnte und als "Dollarimperialismus" bezeichnete.
Die Gegensätze verhärteten sich mit der Gründung der Kominform und der Formulierung der Zwei-Lager-Theorie durch Shdanow, die die Welt in ein "imperialistisches" und ein "antiimperialistisches" Lager einteilte. Die Berlin-Blockade 1948 markierte die erste große Krise des Kalten Krieges, als die Sowjetunion alle Zufahrtswege nach Westberlin blockierte.
Gut zu wissen: Die "Rosinenbomber" der Luftbrücke versorgten die Westberliner Bevölkerung fast ein Jahr lang aus der Luft – ein logistisches Meisterwerk, das die Entschlossenheit des Westens demonstrierte und zum Symbol der Freiheit wurde.