Revolution 1918-19: Das Ende des Kaiserreichs
Die Novemberrevolution 1918 beendete schlagartig das Deutsche Kaiserreich. Streiks und Demonstrationen gegen den verlorenen Ersten Weltkrieg zwangen Kaiser Wilhelm II. zur Abdankung. Am 9. November entstanden zwei konkurrierende Visionen für Deutschland: Philipp Scheidemann (MSPD) rief die parlamentarische Republik aus, während Karl Liebknecht (USPD) eine sozialistische Räterepublik forderte.
Der Spartakusaufstand 1919 spaltete die Arbeiterbewegung endgültig. Die USPD verließ den "Rat der Volksbeauftragten", Spartakisten gründeten die KPD und versuchten gewaltsam, die Nationalversammlung zu verhindern. Friedrich Ebert ließ den Aufstand brutal niederschlagen - Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden ermordet.
Die Weimarer Verfassung schuf zwar eine moderne Demokratie mit Frauenwahlrecht, hatte aber fatale Schwächen: Artikel 25 erlaubte dem Reichspräsidenten, das Parlament aufzulösen, und Artikel 48 ermöglichte unbegrenzte Notstandsgesetze. Die fehlende 5%-Hürde führte zu unzähligen Splitterparteien.
Merke: Der Versailler Vertrag belastete die junge Republik schwer - Deutschland musste die Alleinschuld anerkennen, Reparationen zahlen und wurde militärisch stark begrenzt. Diese "Schmach" nutzten später radikale Parteien für ihre Propaganda.






