Militarismus und Nationalismus im Kaiserreich
Nach dem Dreikaiserjahr 1888 wurde Wilhelm II unerwartet Kaiser und brachte frischen Wind – aber auch gefährliche Unruhe nach Deutschland. Der junge, selbstbewusste Kaiser wollte endlich selbst regieren und träumte von Deutschlands Aufstieg zur Weltmacht.
Bismarcks Entlassung war vorprogrammiert, denn der vorsichtige alte Kanzler und der impulsive Kaiser passten einfach nicht zusammen. Wilhelm II wollte sich mit der Arbeiterschaft aussöhnen und ein Bündnis mit England – Ideen, die Bismarck skeptisch sah.
Der neue Kaiser brachte Fortschrittsoptimismus und Technikbegeisterung mit, überschätzte aber völlig die Rolle des Militärs. Seine Adelstradition führte zu Verachtung des Parlaments und einer Neigung zur Selbstherrschaft.
Wichtig zu wissen: Wilhelms fundamentale Unsicherheit machte ihn sprunghaft und beeinflussbar – Deutschland wurde dadurch zum Unruhestifter in Europa.
Die wilhelminische Gesellschaft war streng hierarchisch gegliedert. Das Militär genoss höchstes Prestige, während der Adel trotz des Bürgerwahlrechts die politische Macht behielt. Das Bürgertum profitierte von der industriellen Revolution, die Arbeiterbewegung kämpfte gegen soziale Ungleichheit.





