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27. Jan. 2026

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Verständnis von Nationen und Nationalismus

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Wiktoria

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Das 19. und frühe 20. Jahrhundert brachten massive Veränderungen für... Mehr anzeigen

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# 8. Nationen und Nationalismus

81 Europa der Nationen
> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Nationen und Nationalismus

Ende des 18. Jahrhunderts entstand etwas völlig Neues: der moderne Nationalstaat. Die alte Ständeordnung wurde beendet und die bürgerliche Gesellschaft setzte sich durch - Unternehmer bekamen plötzlich politische Macht.

Daraus entwickelten sich zwei verschiedene Arten von Nationalismus. Der demokratische Nationalismus aus der Französischen Revolution brachte Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht der Völker mit sich. Der integrale Nationalismus Ende des 19. Jahrhunderts war dagegen reaktionär - hier stellte sich jede Nation über alle anderen.

Das Deutsche Reich wurde 1871 gegründet, nach einer wichtigen Umbruchphase von 1848-1871. Bismarck führte diese Einigung durch, während gleichzeitig die Industrialisierung voranschritt (1834 wurde der Deutsche Zollverein gegründet).

Die Verfassung von 1871 schuf eine konstitutionelle Monarchie mit Föderalismus. Preußen hatte aber eine hegemoniale Stellung - die Exekutive war stark, Grundrechte gab es nicht.

Merke dir: Der Nationalismus war die treibende Kraft hinter der deutschen Einigung, aber er hatte auch eine dunkle, aggressive Seite.

# 8. Nationen und Nationalismus

81 Europa der Nationen
> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Innenpolitik des Deutschen Reichs

Bismarck führte eine Politik der Ausgrenzung von "Reichsfeinden" - so nannte er alle, die seiner Meinung nach nicht loyal zum neuen deutschen Staat standen. Nationale Minderheiten wie Polen, Dänen und Elsässer galten als "national unzuverlässig".

Der Kulturkampf richtete sich gegen die Katholiken. Bismarck dachte, sie würden vom Papst "ferngesteuert". Er erließ repressive Gesetze wie den Kanzelparagraph (1871) und das Schulaufsichtsgesetz (1874). Ironischerweise wurde 1881 die Zentrumspartei zur stärksten Kraft im Reich.

Gegen die Sozialdemokratie fuhr Bismarck eine "Doppelstrategie": Einerseits das repressive Sozialistengesetz (1878-1890), das sozialdemokratische Vereine und Publikationen verbot. Andererseits führte er progressive Sozialversicherungen ein - das war das "Zuckerbrot" zur "Peitsche".

Diese Innenpolitik zeigt, wie das neue Deutsche Reich mit Diversität und Opposition umging: durch Ausgrenzung und Kontrolle statt Integration.

Wichtig: Bismarcks Innenpolitik schuf die Grundlagen für spätere Konflikte - die Ausgrenzung von Minderheiten und politischen Gegnern wurde zum Muster.

# 8. Nationen und Nationalismus

81 Europa der Nationen
> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Bismarcks Außenpolitik

Nach 1871 veränderte sich das Kräfteverhältnis in Europa dramatisch - Deutschland war plötzlich die stärkste Kontinentalmacht. Die anderen europäischen Staaten fürchteten deutsche Expansion.

Bismarcks Ziele waren clever: Er wollte den Status quo erhalten, eine Zwei-Fronten-Konstellation vermeiden und Deutschland als "ehrlichen Makler" bei internationalen Krisen positionieren. Keine aktive Kolonialpolitik, keine Expansionskriege.

Sein Bündnissystem war genial durchdacht: Das Dreikaiserbündnis (1873-1887) mit Österreich-Ungarn und Russland, der Dreibund (1881) und der Rückversicherungsvertrag (1887) mit Russland. Gleichzeitig isolierte er Frankreich systematisch.

Das Ergebnis war beeindruckend: Friedenssicherung in Europa für fast 20 Jahre. Bismarck schaffte es, Deutschland als Großmacht zu etablieren, ohne Kriege zu führen.

1888 kam das "Dreikaiserjahr" - Wilhelm I. und sein Sohn Friedrich starben, Wilhelm II. wurde Kaiser. 1890 entließ er Bismarck wegen dessen "vorsichtiger" Außenpolitik. Das war der Anfang vom Ende.

Denk daran: Bismarcks Außenpolitik war ein Meisterwerk der Diplomatie - komplex, aber erfolgreich in der Friedenssicherung.

# 8. Nationen und Nationalismus

81 Europa der Nationen
> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Weltmachtpolitik unter Wilhelm II. und Imperialismus

Wilhelm II. wollte alles anders machen. Sein "Neuer Kurs" ab 1890 bedeutete aggressive Weltmachtpolitik statt Bismarcks vorsichtiger Diplomatie. Er baute massiv die Kriegsflotte aus, um Großbritannien zu einem Bündnis zu "zwingen" - das ging völlig nach hinten los.

Die Intensivierung der Kolonialpolitik und das Ende von Bismarcks Bündnissystem brachten Deutschland in Isolation. Propaganda und völkische Verbände forderten einen "Platz an der Sonne" - das europäische Gleichgewicht geriet in Gefahr.

Der Imperialismus (1880-1914) war die Endphase der Europäisierung der Welt. Alle Großmächte konkurrierten um Kolonien und Einfluss - ein Konkurrenzkampf, der Europa an den Rand des Krieges brachte.

Die Ursachen des Ersten Weltkriegs waren vielfältig: Imperialistische Rivalität, Nationalismus, internationale Krisen (Marokkokrise, Balkankriege), Militarismus und die gefährliche Bündnisautomatik. Das Attentat von Sarajewo am 28. Juni 1914 war nur der Funke im Pulverfass.

Versteh das: Wilhelm II.s aggressive Politik zerstörte Bismarcks Friedensordnung und führte Deutschland in die Isolation - ein klassisches Beispiel dafür, wie schlechte Außenpolitik katastrophale Folgen haben kann.

# 8. Nationen und Nationalismus

81 Europa der Nationen
> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Der Erste Weltkrieg - "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts"

Die Julikrise 1914 zeigt, wie aus einem regionalen Konflikt ein Weltkrieg wurde. Deutschland gab Österreich-Ungarn eine "Blankofullmacht", die Bündnisautomatik setzte ein: Österreich-Ungarn gegen Serbien, Russland mobilisierte, Deutschland erklärte Russland den Krieg.

Der Schlieffen-Plan sollte einen Zweifrontenkrieg vermeiden: Blitzkrieg gegen Frankreich durch das neutrale Belgien, dann Angriff auf Russland. Im September 1914 stoppte die Schlacht an der Marne den deutschen Vormarsch - der Plan scheiterte.

Ab 1915 herrschte Stellungskrieg im Westen, während im Osten bei Tannenberg Hindenburg und Ludendorff die russische Armee besiegten. Der Krieg wurde zur Materialschlacht mit neuen Waffen: Panzer, Flugzeuge, U-Boote, Giftgas.

Die Kriegswende kam 1917: Die USA traten in den Krieg ein, Russland schied nach der Oktoberrevolution aus. Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk (März 1918) war ein Diktatfrieden, aber die deutschen Offensiven im Westen scheiterten trotzdem.

Das war entscheidend: Der Erste Weltkrieg veränderte alles - neue Kriegstechnik, weltweites Kampfgebiet, Einbeziehung der Zivilbevölkerung und massive Propaganda machten ihn zum ersten "totalen Krieg".

# 8. Nationen und Nationalismus

81 Europa der Nationen
> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Kriegsende und Folgen

Die Novemberrevolution 1918 beendete das Kaiserreich. Wilhelm II. dankte ab und ging ins Exil, am 11. November 1918 wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Der Krieg kostete weltweit etwa 8 Millionen Menschenleben bei 20 Millionen Verwundeten.

Der Krieg hatte den Charakter völlig verändert: Panzer, Flugzeuge, U-Boote und Maschinengewehre machten ihn zur industriellen Materialschlacht. Die "Hölle von Verdun" wurde zum Symbol für das sinnlose Sterben im Stellungskrieg.

Die Ergebnisse waren dramatisch: Die Monarchien in Deutschland, Österreich-Ungarn, dem Osmanischen Reich und Russland brachen zusammen. Neue Länder entstanden: Polen, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Finnland und die baltischen Staaten.

Europa verlor seine Dominanz in der Welt - die USA wurden zur Weltmacht. Die alte Ordnung war zerstört, aber was würde an ihre Stelle treten? Die Pariser Friedenskonferenz sollte diese Frage beantworten.

Versteh die Tragweite: Der Erste Weltkrieg war wirklich die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" - er zerstörte die alte Welt und schuf die Voraussetzungen für alle späteren Konflikte.

# 8. Nationen und Nationalismus

81 Europa der Nationen
> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Der Versailler Vertrag

Die Pariser Friedenskonferenz begann am 18. Januar 1919 im Spiegelsaal von Versailles - symbolisch am gleichen Ort, wo 1871 das Deutsche Reich ausgerufen worden war. Der "Rat der Vier" (Frankreich, Großbritannien, Italien, USA) entschied über Europas Zukunft.

Die wesentlichen Bestimmungen für Deutschland waren harsch: Der "Kriegsschuldparagraph" machte Deutschland allein verantwortlich für den Krieg. Militärisch wurde die Wehrpflicht verboten, die Heeresstärke auf 100.000 Mann begrenzt, bestimmte Waffen wie U-Boote verboten.

Territorial verlor Deutschland 10% seines Gebiets: Elsass-Lothringen ging an Frankreich, Posen und Westpreußen an Polen, das Saargebiet kam unter Völkerbundsverwaltung. Danzig wurde freie Stadt, alle Kolonien gingen verloren.

Das Vereinigungsverbot mit Österreich und die enormen Reparationszahlungen sollten Deutschland dauerhaft schwächen. Die Alliierten besetzten das Rheinland - Deutschland war praktisch entmilitarisiert.

Das ist der Schlüssel: Der Versailler Vertrag war kein Friedensvertrag, sondern ein Diktat - er schuf die Grundlage für spätere deutsche Revisionswünsche und politische Radikalisierung.

# 8. Nationen und Nationalismus

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> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Von der Monarchie zur Republik

Die Novemberrevolution 1918 begann mit dem Matrosenaufstand in Kiel am 3. November. Am 9. November riefen sowohl Philipp Scheidemann (SPD) als auch Karl Liebknecht (USPD) die Republik aus - aber sie hatten völlig unterschiedliche Vorstellungen.

Zwei Wege standen zur Wahl: Parlamentarische Demokratie (SPD) oder Räterepublik USPD/SpartakusUSPD/Spartakus. Die SPD unter Friedrich Ebert setzte sich durch und bildete mit Zentrum und DDP die "Weimarer Koalition" nach den Wahlen zur Nationalversammlung 1919.

Die radikale Linke um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gründete am 1. Januar 1919 die KPD und versuchte eine Räterepublik zu errichten. Der Spartakusaufstand in Berlin und die Räterepublik in Bayern wurden blutig niedergeschlagen.

Die Ermordung von Liebknecht und Luxemburg im Januar 1919 zeigt, wie gespalten Deutschland war. Die SPD musste sich auf rechte Freikorps stützen, um die Republik zu retten - ein fataler Kompromiss.

Wichtig: Die Weimarer Republik wurde unter schwierigsten Bedingungen geboren - von Anfang an bekämpft von links und rechts, belastet durch Krieg und Revolution.

# 8. Nationen und Nationalismus

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> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Die Weimarer Republik und ihre Krisen

Die Weimarer Reichsverfassung von August 1919 kombinierte drei Elemente: parlamentarische Demokratie (Reichstag), starke Präsidentschaft und plebiszitäre Elemente (Volksentscheide). Das Problem: Der Reichspräsident hatte zu viel Macht.

Artikel 48 gab dem Präsidenten das Notverordnungsrecht - er konnte Grundrechte außer Kraft setzen und den Ausnahmezustand ausrufen. Artikel 25 erlaubte die Auflösung des Reichstags. Diese Machtfülle wurde später zum Problem.

Die Krisenjahre 1919-1923 brachten die junge Republik an den Rand des Zusammenbruchs. Es war eine "Demokratie ohne Demokraten" - viele Deutsche akzeptierten die parlamentarische Demokratie nicht wirklich.

Die "Goldenen Zwanziger" (1924-1929) brachten relative Stabilisierung: Währungsreform 1BillionPapiermark=1Reichsmark1 Billion Papiermark = 1 Reichsmark, der Dawes-Plan regelte die Reparationen, amerikanische Kredite flossen. Kulturell blühte Deutschland auf.

Gustav Stresemann führte eine erfolgreiche Außenpolitik: Vertrag von Rapallo (1922) mit Russland, Locarno-Vertrag (1925) mit Frankreich, Aufnahme in den Völkerbund (1926). Deutschland war nicht mehr isoliert.

Entscheidend: Die Weimarer Republik hatte strukturelle Schwächen, erlebte aber auch erfolgreiche Jahre - bis die Weltwirtschaftskrise 1929 alles zum Einsturz brachte.

# 8. Nationen und Nationalismus

81 Europa der Nationen
> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

→Beendigung der Standeordnung

Das Scheitern der Weimarer Republik

Die Weltwirtschaftskrise ab Oktober 1929 wurde zum Totengräber der Demokratie. Aus der Wirtschaftskrise wurde schnell eine Staatskrise - die Parteien konnten sich nicht mehr auf regierungsfähige Mehrheiten einigen.

Radikale Kräfte erstarkten massiv: NSDAP und KPD gewannen Millionen von Wählern, während die demokratischen Parteien zerstritten waren. Die fehlende Kompromissbereitschaft der demokratischen Kräfte verschärfte die Krise.

Ab 1930 entstanden Präsidialkabinette - Regierungen, die nicht mehr vom Reichstag, sondern nur noch vom Reichspräsidenten abhingen. Notverordnungen nach Artikel 48 ersetzten normale Gesetze - die Demokratie wurde ausgehöhlt.

Die Republik scheiterte nicht nur an äußeren Problemen, sondern auch an inneren Schwächen: antiparlamentarische Haltung vieler Deutscher, strukturelle Verfassungsprobleme und die Unfähigkeit der Demokraten zur Zusammenarbeit in der Krise.

Das Fazit: Die Weimarer Republik war Deutschlands erster Versuch einer Demokratie - sie scheiterte an einer Kombination aus strukturellen Problemen, wirtschaftlicher Krise und mangelnder demokratischer Kultur.



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Stefan S

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Anna

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Basil

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David K

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Xander S

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Elisha

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Paul T

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Greenlight Bonnie

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Xander S

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DIE QUIZZE UND KARTEIKARTEN SIND SO NÜTZLICH UND ICH LIEBE Knowunity KI. ES IST AUCH BUCHSTÄBLICH WIE CHATGPT ABER SCHLAUER!! HAT MIR AUCH BEI MEINEN MASCARA-PROBLEMEN GEHOLFEN!! SOWIE BEI MEINEN ECHTEN FÄCHERN! NATÜRLICH 😍😁😲🤑💗✨🎀😮

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Ende des 18. Jahrhunderts entstand etwas völlig Neues: der moderne Nationalstaat. Die alte Ständeordnung wurde beendet und die bürgerliche Gesellschaft setzte sich durch - Unternehmer bekamen plötzlich politische Macht.

Daraus entwickelten sich zwei verschiedene Arten von Nationalismus. Der demokratische Nationalismus aus der Französischen Revolution brachte Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht der Völker mit sich. Der integrale Nationalismus Ende des 19. Jahrhunderts war dagegen reaktionär - hier stellte sich jede Nation über alle anderen.

Das Deutsche Reich wurde 1871 gegründet, nach einer wichtigen Umbruchphase von 1848-1871. Bismarck führte diese Einigung durch, während gleichzeitig die Industrialisierung voranschritt (1834 wurde der Deutsche Zollverein gegründet).

Die Verfassung von 1871 schuf eine konstitutionelle Monarchie mit Föderalismus. Preußen hatte aber eine hegemoniale Stellung - die Exekutive war stark, Grundrechte gab es nicht.

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Innenpolitik des Deutschen Reichs

Bismarck führte eine Politik der Ausgrenzung von "Reichsfeinden" - so nannte er alle, die seiner Meinung nach nicht loyal zum neuen deutschen Staat standen. Nationale Minderheiten wie Polen, Dänen und Elsässer galten als "national unzuverlässig".

Der Kulturkampf richtete sich gegen die Katholiken. Bismarck dachte, sie würden vom Papst "ferngesteuert". Er erließ repressive Gesetze wie den Kanzelparagraph (1871) und das Schulaufsichtsgesetz (1874). Ironischerweise wurde 1881 die Zentrumspartei zur stärksten Kraft im Reich.

Gegen die Sozialdemokratie fuhr Bismarck eine "Doppelstrategie": Einerseits das repressive Sozialistengesetz (1878-1890), das sozialdemokratische Vereine und Publikationen verbot. Andererseits führte er progressive Sozialversicherungen ein - das war das "Zuckerbrot" zur "Peitsche".

Diese Innenpolitik zeigt, wie das neue Deutsche Reich mit Diversität und Opposition umging: durch Ausgrenzung und Kontrolle statt Integration.

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Bismarcks Außenpolitik

Nach 1871 veränderte sich das Kräfteverhältnis in Europa dramatisch - Deutschland war plötzlich die stärkste Kontinentalmacht. Die anderen europäischen Staaten fürchteten deutsche Expansion.

Bismarcks Ziele waren clever: Er wollte den Status quo erhalten, eine Zwei-Fronten-Konstellation vermeiden und Deutschland als "ehrlichen Makler" bei internationalen Krisen positionieren. Keine aktive Kolonialpolitik, keine Expansionskriege.

Sein Bündnissystem war genial durchdacht: Das Dreikaiserbündnis (1873-1887) mit Österreich-Ungarn und Russland, der Dreibund (1881) und der Rückversicherungsvertrag (1887) mit Russland. Gleichzeitig isolierte er Frankreich systematisch.

Das Ergebnis war beeindruckend: Friedenssicherung in Europa für fast 20 Jahre. Bismarck schaffte es, Deutschland als Großmacht zu etablieren, ohne Kriege zu führen.

1888 kam das "Dreikaiserjahr" - Wilhelm I. und sein Sohn Friedrich starben, Wilhelm II. wurde Kaiser. 1890 entließ er Bismarck wegen dessen "vorsichtiger" Außenpolitik. Das war der Anfang vom Ende.

Denk daran: Bismarcks Außenpolitik war ein Meisterwerk der Diplomatie - komplex, aber erfolgreich in der Friedenssicherung.

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Weltmachtpolitik unter Wilhelm II. und Imperialismus

Wilhelm II. wollte alles anders machen. Sein "Neuer Kurs" ab 1890 bedeutete aggressive Weltmachtpolitik statt Bismarcks vorsichtiger Diplomatie. Er baute massiv die Kriegsflotte aus, um Großbritannien zu einem Bündnis zu "zwingen" - das ging völlig nach hinten los.

Die Intensivierung der Kolonialpolitik und das Ende von Bismarcks Bündnissystem brachten Deutschland in Isolation. Propaganda und völkische Verbände forderten einen "Platz an der Sonne" - das europäische Gleichgewicht geriet in Gefahr.

Der Imperialismus (1880-1914) war die Endphase der Europäisierung der Welt. Alle Großmächte konkurrierten um Kolonien und Einfluss - ein Konkurrenzkampf, der Europa an den Rand des Krieges brachte.

Die Ursachen des Ersten Weltkriegs waren vielfältig: Imperialistische Rivalität, Nationalismus, internationale Krisen (Marokkokrise, Balkankriege), Militarismus und die gefährliche Bündnisautomatik. Das Attentat von Sarajewo am 28. Juni 1914 war nur der Funke im Pulverfass.

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Der Erste Weltkrieg - "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts"

Die Julikrise 1914 zeigt, wie aus einem regionalen Konflikt ein Weltkrieg wurde. Deutschland gab Österreich-Ungarn eine "Blankofullmacht", die Bündnisautomatik setzte ein: Österreich-Ungarn gegen Serbien, Russland mobilisierte, Deutschland erklärte Russland den Krieg.

Der Schlieffen-Plan sollte einen Zweifrontenkrieg vermeiden: Blitzkrieg gegen Frankreich durch das neutrale Belgien, dann Angriff auf Russland. Im September 1914 stoppte die Schlacht an der Marne den deutschen Vormarsch - der Plan scheiterte.

Ab 1915 herrschte Stellungskrieg im Westen, während im Osten bei Tannenberg Hindenburg und Ludendorff die russische Armee besiegten. Der Krieg wurde zur Materialschlacht mit neuen Waffen: Panzer, Flugzeuge, U-Boote, Giftgas.

Die Kriegswende kam 1917: Die USA traten in den Krieg ein, Russland schied nach der Oktoberrevolution aus. Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk (März 1918) war ein Diktatfrieden, aber die deutschen Offensiven im Westen scheiterten trotzdem.

Das war entscheidend: Der Erste Weltkrieg veränderte alles - neue Kriegstechnik, weltweites Kampfgebiet, Einbeziehung der Zivilbevölkerung und massive Propaganda machten ihn zum ersten "totalen Krieg".

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Kriegsende und Folgen

Die Novemberrevolution 1918 beendete das Kaiserreich. Wilhelm II. dankte ab und ging ins Exil, am 11. November 1918 wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Der Krieg kostete weltweit etwa 8 Millionen Menschenleben bei 20 Millionen Verwundeten.

Der Krieg hatte den Charakter völlig verändert: Panzer, Flugzeuge, U-Boote und Maschinengewehre machten ihn zur industriellen Materialschlacht. Die "Hölle von Verdun" wurde zum Symbol für das sinnlose Sterben im Stellungskrieg.

Die Ergebnisse waren dramatisch: Die Monarchien in Deutschland, Österreich-Ungarn, dem Osmanischen Reich und Russland brachen zusammen. Neue Länder entstanden: Polen, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Finnland und die baltischen Staaten.

Europa verlor seine Dominanz in der Welt - die USA wurden zur Weltmacht. Die alte Ordnung war zerstört, aber was würde an ihre Stelle treten? Die Pariser Friedenskonferenz sollte diese Frage beantworten.

Versteh die Tragweite: Der Erste Weltkrieg war wirklich die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" - er zerstörte die alte Welt und schuf die Voraussetzungen für alle späteren Konflikte.

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Der Versailler Vertrag

Die Pariser Friedenskonferenz begann am 18. Januar 1919 im Spiegelsaal von Versailles - symbolisch am gleichen Ort, wo 1871 das Deutsche Reich ausgerufen worden war. Der "Rat der Vier" (Frankreich, Großbritannien, Italien, USA) entschied über Europas Zukunft.

Die wesentlichen Bestimmungen für Deutschland waren harsch: Der "Kriegsschuldparagraph" machte Deutschland allein verantwortlich für den Krieg. Militärisch wurde die Wehrpflicht verboten, die Heeresstärke auf 100.000 Mann begrenzt, bestimmte Waffen wie U-Boote verboten.

Territorial verlor Deutschland 10% seines Gebiets: Elsass-Lothringen ging an Frankreich, Posen und Westpreußen an Polen, das Saargebiet kam unter Völkerbundsverwaltung. Danzig wurde freie Stadt, alle Kolonien gingen verloren.

Das Vereinigungsverbot mit Österreich und die enormen Reparationszahlungen sollten Deutschland dauerhaft schwächen. Die Alliierten besetzten das Rheinland - Deutschland war praktisch entmilitarisiert.

Das ist der Schlüssel: Der Versailler Vertrag war kein Friedensvertrag, sondern ein Diktat - er schuf die Grundlage für spätere deutsche Revisionswünsche und politische Radikalisierung.

# 8. Nationen und Nationalismus

81 Europa der Nationen
> Ende des 18 Jh → Beginn der modernen National staat

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Von der Monarchie zur Republik

Die Novemberrevolution 1918 begann mit dem Matrosenaufstand in Kiel am 3. November. Am 9. November riefen sowohl Philipp Scheidemann (SPD) als auch Karl Liebknecht (USPD) die Republik aus - aber sie hatten völlig unterschiedliche Vorstellungen.

Zwei Wege standen zur Wahl: Parlamentarische Demokratie (SPD) oder Räterepublik USPD/SpartakusUSPD/Spartakus. Die SPD unter Friedrich Ebert setzte sich durch und bildete mit Zentrum und DDP die "Weimarer Koalition" nach den Wahlen zur Nationalversammlung 1919.

Die radikale Linke um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gründete am 1. Januar 1919 die KPD und versuchte eine Räterepublik zu errichten. Der Spartakusaufstand in Berlin und die Räterepublik in Bayern wurden blutig niedergeschlagen.

Die Ermordung von Liebknecht und Luxemburg im Januar 1919 zeigt, wie gespalten Deutschland war. Die SPD musste sich auf rechte Freikorps stützen, um die Republik zu retten - ein fataler Kompromiss.

Wichtig: Die Weimarer Republik wurde unter schwierigsten Bedingungen geboren - von Anfang an bekämpft von links und rechts, belastet durch Krieg und Revolution.

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Die Weimarer Republik und ihre Krisen

Die Weimarer Reichsverfassung von August 1919 kombinierte drei Elemente: parlamentarische Demokratie (Reichstag), starke Präsidentschaft und plebiszitäre Elemente (Volksentscheide). Das Problem: Der Reichspräsident hatte zu viel Macht.

Artikel 48 gab dem Präsidenten das Notverordnungsrecht - er konnte Grundrechte außer Kraft setzen und den Ausnahmezustand ausrufen. Artikel 25 erlaubte die Auflösung des Reichstags. Diese Machtfülle wurde später zum Problem.

Die Krisenjahre 1919-1923 brachten die junge Republik an den Rand des Zusammenbruchs. Es war eine "Demokratie ohne Demokraten" - viele Deutsche akzeptierten die parlamentarische Demokratie nicht wirklich.

Die "Goldenen Zwanziger" (1924-1929) brachten relative Stabilisierung: Währungsreform 1BillionPapiermark=1Reichsmark1 Billion Papiermark = 1 Reichsmark, der Dawes-Plan regelte die Reparationen, amerikanische Kredite flossen. Kulturell blühte Deutschland auf.

Gustav Stresemann führte eine erfolgreiche Außenpolitik: Vertrag von Rapallo (1922) mit Russland, Locarno-Vertrag (1925) mit Frankreich, Aufnahme in den Völkerbund (1926). Deutschland war nicht mehr isoliert.

Entscheidend: Die Weimarer Republik hatte strukturelle Schwächen, erlebte aber auch erfolgreiche Jahre - bis die Weltwirtschaftskrise 1929 alles zum Einsturz brachte.

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Das Scheitern der Weimarer Republik

Die Weltwirtschaftskrise ab Oktober 1929 wurde zum Totengräber der Demokratie. Aus der Wirtschaftskrise wurde schnell eine Staatskrise - die Parteien konnten sich nicht mehr auf regierungsfähige Mehrheiten einigen.

Radikale Kräfte erstarkten massiv: NSDAP und KPD gewannen Millionen von Wählern, während die demokratischen Parteien zerstritten waren. Die fehlende Kompromissbereitschaft der demokratischen Kräfte verschärfte die Krise.

Ab 1930 entstanden Präsidialkabinette - Regierungen, die nicht mehr vom Reichstag, sondern nur noch vom Reichspräsidenten abhingen. Notverordnungen nach Artikel 48 ersetzten normale Gesetze - die Demokratie wurde ausgehöhlt.

Die Republik scheiterte nicht nur an äußeren Problemen, sondern auch an inneren Schwächen: antiparlamentarische Haltung vieler Deutscher, strukturelle Verfassungsprobleme und die Unfähigkeit der Demokraten zur Zusammenarbeit in der Krise.

Das Fazit: Die Weimarer Republik war Deutschlands erster Versuch einer Demokratie - sie scheiterte an einer Kombination aus strukturellen Problemen, wirtschaftlicher Krise und mangelnder demokratischer Kultur.

Wir dachten schon, du fragst nie...

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